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18.05.2006 
Gewinn gesteigert

Zurich übertrifft die Erwartungen

Im ersten Quartal dieses Jahres hat der Schweizer Finanzdienstleistungskonzern Zurich Financial Services obwohl hohe Sonderbelastungen angefallen sind noch ein leichtes Gewinn-Plus erwirtschaftet.

HB ZÜRICH. Der Konzern hat vor allem im Leben-Geschäft die Rentabilität verbessert und trotz einer in den USA fälligen Vergleichszahlungen in dreistelliger Millionenhöhe den Gewinn entgegen den Erwartungen der Analysten noch um ein Prozent auf 785 Mill. Dollar gesteigert. Das alles bei Bruttoprämien und Policengebühren, die nach Zurich-Angaben vom Donnerstag um drei Prozent auf 13,43 Mrd. Dollar zurückgingen.

Bei den für das ganze Jahr angestrebten Effizienzsteigerungen von 500 Mill. Dollar befindet sich der Konzern auf Kurs, sagte Firmenchef James Schiro. Der Börsenwert von Zurich soll in drei bis fünf Jahren verdoppelt werden.

Das Nichtleben-Geschäft, wo die Prämien um vier Prozent auf 9,87 Mrd. Dollar zurückgingen, profitierte von vergleichsweise geringen Grossschäden und Naturkatastrophen. Dank der höheren Zinsen fielen auch die Anlageerträge höher aus. Der Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio) verbesserte sich um 1,8 Prozentpunkte auf 95,1 Prozent.

In der Lebensversicherung stiegen die Prämien um acht Prozent auf 3,06 Mrd. Dollar. Das höhere Volumen und ein ertragreicheres Neugeschäft prägten das Spartenergebnis, so Zurich. Die Gewinnmarge aus dem Neugeschäft erhöhte sich auf 14,5 von 7,9 Prozent im Vorjahresquartal.

An der behaupteten Börse notierten die Zurich-Aktien kurz nach Mittag zwei Prozent schwächer bei 283 sfr. Die Aktien wurden dabei auch von einer allgemeinen Marktschwäche in Mitleidenschaft gezogen. Die Titel können für dieses Jahr praktisch keine Kursgewinne aufweisen und haben sich etwas schlechter entwickelt als der Index der europäischen Versicherungsbranche.

Analysten kommentierten den Quartalsabschluss positiv. Der Nichtleben-Bereich habe dank weiterer Kostenverbesserungen eine gute Entwicklung gezeigt und die Leben-Sparte zeige dank der Restrukturierungen der letzten Jahre massive Verbesserungen, so etwa ZKB-Analyst Georg Marti. Die Zahlen seien solide und die Qualität des Ausweises insgesamt vernünftig, kommentierte Fox-Pitt, Kelton-Analyst Neil Manser.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Zurich will Marktkapitalisierung verdoppeln

Laut CEO Schiro, bekannt für sehr zurückhaltende Äusserungen zur Zukunft des Unternehmens, strebt Zurich in den nächsten Jahren eine Verdoppelung seiner Marktkapitalisierung an. „Wir betrachten unser Geschäft über eine Zeitraum von drei bis fünf Jahren und unser Ziel ist es, über diesen langfristigen Zyklus die Marktkapitalisierung zu verdoppeln“, sagte er in einer Telefonkonferenz. Zum aktuellen Kurs beträgt die Marktkapitalisierung von Zurich gut 33 Mrd. Dollar.

Weiterhin skeptisch beurteilt der Konzernchef Übernahmen. Grosse Akquisitionen seien keine Strategie, so Schiro. Zurich solle aber profitabel wachsen. Unter anderem soll das in China geschehen, wo über eine Lizenz für das Nichtleben-Geschäft verhandelt wird. „China ist ein wichtiger Markt, wir sehen ihn als wichtigen Markt für die Zukunft. Und sobald wir eine Lizenz in den Händen halten, werden wir dazu unsere Pläne erläutern“, sagte Schiro. Zurich hat in Peking und Shanghai Vertretungen und ist zudem mit 18,9 Prozent am Lebensversicherer New China Life Insurance Co beteiligt.

Der Quartalsausweis wurde von verschiedenen Sonderfaktoren beeinflusst. So verbuchte Zurich 325 Mill. Dollar Aufwand vor Steuern für Vergleichszahlungen im Zusammenhang mit einem Verfahren über umstrittene Geschäftspraktiken in den USA. Dafür resultierte aus dem Verkauf nicht weitergeführter Geschäfte ein Gewinn von 63 Mill. Dollar.

Der von Zurich als massgebliche interne Leistungskennzahl erachtete operative Geschäftsgewinn, der das Anlageergebnis und aussergewöhnliche Einflüsse ausklammert, stieg im Berichtsquartal im um 31 Prozent auf 1,36 Mrd. Dollar. Die Netto-Kapitalerträge blieben mit 2,2 Mrd. Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal stabil, wobei höhere Renditen durch negative Wechselkurseinflüsse ausgeglichen wurden.

Die Eigenkapitalrendite (ROE) betrug 15,2 Prozent nach 16,7 Prozent im Vergleichsquartal des Vorjahres. Zurich strebt einen ROE von zwölf Prozent an.

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