Auch Helmut Panke, von 2002 bis September 2006 Vorstandsvorsitzender des BMW-Konzerns, gehört zum Verwaltungsrat. Er dürfte eine Studie der deutschen Bank besonders intensiv gelesen haben. Der UBS-Konkurrent weist darauf hin, dass die Schweizer besser dastünden, wenn sie sich auf die Vermögensverwaltung konzentrierten. Warum, so fragt sich Panke möglicherweise, ist es Wuffli nicht gelungen, den Eine-Bank-Ansatz überzeugender zu kommunizieren? Warum tauchen solche Analystenberichte auf, die indirekt vorschlagen, die UBS in zwei Teile aufzuspalten, eine für die Vermögensverwaltung, die andere fürs Investmentbanking?
Unangenehme Erinnerungen wecken die jüngsten Ereignisse bei der UBS auch bei Peter Voser. Der Schweizer ist seit 2004 Finanzchef des Ölgiganten Royal Dutch Shell. Davor war er in gleicher Funktion beim Schweizer Technologiekonzern ABB und hat erlebt, in welche tiefe Krise ein Unternehmen geraten kann, wenn es nicht rechtzeitig gegensteuert. Das ist wie beim Segeln: Wenn der Wind dreht, muss der Kurs angepasst werden. Voser dürfte die Finanzzahlen der Großbank sorgfältig analysiert haben. Wuffli, so müsste danach auch sein Fazit gelautet haben, ist nicht mehr der Mann der Zukunft.
Unter diesen Bedingungen einem Wechsel des Firmenchefs in den Verwaltungsrat zuzustimmen, fällt dem Gremium schwer. Hätten die alten Mechanismen funktioniert, so hätte die Verwaltungsratsmitglieder die Kröte geschluckt. „Doch das sind Profis“, sagt ein UBS-Mann, „Gefühle spielen keine Rolle.“ Nach einer hitzigen Sitzung entscheiden sie sich gegen Ospels Rückzug und damit auch gegen Wufflis Wechsel. Als der Konzernchef davon erfährt, zieht er die Konsequenz: Wuffli sieht es als Vertrauensentzug und nimmt seinen Hut.
Am vergangenen Sonntag, als die Allinghi zum entscheidenden Rennen aufbricht soll, herrscht übrigens Flaute vor der Küste von Valencia. Skipper Bertarelli dürfte das nach der erschöpfenden UBS-Sitzung durchaus entgegen gekommen sein. Er verschiebt seinen Sieg auf Dienstag.

