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67 Millionen Euro: Gericht berechnet Lehman-Opfern horrende Gebühren

exklusivFast 70 Millionen Euro sollen die Gläubiger der US-Investmentbank Lehman Brothers an das Amtsgericht Frankfurt überweisen. Doch die Gebührenforderung provoziert heftigen Widerstand.

Lehman -rothers-Zentrale im Jahr 2008: Die Gläubiger sollen Millionen Gebühren an das Frankfurter Amtsgericht zahlen. Quelle: dpa
Lehman -rothers-Zentrale im Jahr 2008: Die Gläubiger sollen Millionen Gebühren an das Frankfurter Amtsgericht zahlen. Quelle: dpa

DüsseldorfDie US-Investmentbank Lehman Brothers erregt auch vier Jahre nach ihrer spektakulären Pleite die Gemüter. Vor einigen Monaten gerieten Gläubiger mit dem Insolvenzverwalter des deutschen Verfahrens, Michael Frege, in Streit: Frege lässt sich seine Dienste mit bis zu 800 Millionen Euro vergüten. Jetzt provozieren die Gebührenforderungen der Justiz heftigen Widerstand.

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67 Millionen Euro hat nach Informationen des Handelsblatts das Frankfurter Amtsgericht den Gläubigern als ersten Abschlag für das Lehman-Insolvenzverfahren in Rechnung gestellt. Bis zum Abschluss des Verfahrens könnte sich dieser Betrag nach Ansicht von Beobachtern sogar verdoppeln. Derart hohe Gerichtskosten hat es bei Insolvenzverfahren in Deutschland noch nicht gegeben.

Lehman-Pleite Szenen eines dramatischen Tages

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Der renommierte Stuttgarter Insolvenzexperte Volker Grub kritisiert die horrenden Gebühren scharf: Gerichtsgebühren müssten in einem „vernünftigen Verhältnis“ zum Aufwand stehen, betont Grub. Zudem gelte die Gebührenordnung für Gerichte. Nach dieser würden bei einem Streitwert von mehr als 30 Millionen Euro die Gebühren gedeckelt. Nach dieser Regel dürfe ein Gericht an Gebühren maximal 275.000 Euro abrechnen, so Grub.

Das Frankfurter Amtsgericht und die Anwaltskanzlei CMS Hasche Sigle, für die Insolvenzverwalter Frege tätig ist, betrachten das Lehman-Insolvenzverfahren jedoch nicht als klassisches Streitverfahren, für das die Gebührenordnung geschaffen wurde. Somit gilt nach ihrer Auffassung die Kappungsgrenze für die Gebühren nicht.

Die Top-Investmentbanken der USA 2012

  • Rang 10

    Auf Rang zehn der Top-Investmentbanken der USA rangiert Evercore Partners. Das Haus betreute 2012 Fusionen und Übernahmen im Wert von 93,3 Milliarden Dollar.

    Quelle: Mergermarket

  • Rang 9

    Unternehmenskäufe und Zusammenschlüsse im Wert von 101,9 Milliarden Dollar begleitete die UBS.

  • Rang 8

    Die Bank of America Merrill Lynch betreute Transaktionen im Wert von 149,8 Milliarden Dollar.

  • Rang 7

    Immerhin den siebten Rang im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen in den USA erreichte 2012 die Deutsche Bank mit einem betreuten Volumen von 159,8 Milliarden Dollar.

  • Rang 6

    Den sechsten Rang in den USA erreichte die britische Bank Barclays mit einem Volumen von rund 164 Milliarden Dollar.

  • Rang 5

    Die Credit Suisse betreute Deals in Höhe von 172,3 Milliarden Dollar – Rang 5.

  • Rang 4

    Den vierten Platz erobert die Citigroup mit betreuten Transaktionen über 189,6 Milliarden Dollar.

  • Rang 3

    Platz drei der Top-Investmentbanken 2012 in den USA erreicht Morgan Stanley mit einem Volumen von 201,6 Milliarden Dollar.

  • Rang 2

    Den zweiten Platz im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen erringt JP Morgan mit 216,8 Milliarden Euro Transaktionsvolumen.

  • Rang 1

    Die Spitzenposition bei Fusionen und Übernahmen in den USA erreichte 2012 Goldman Sachs. Die Banker betreuten Deals über 274 Milliarden Dollar.

Es geht um viel Geld: Rund 15 Milliarden Euro hat Insolvenzverwalter Frege inzwischen als Insolvenzmasse zusammen. Damit besteht für die Lehman-Gläubiger die Chance, dass sie etwa 80 Prozent ihrer Forderungen zurückbekommen - dies wäre ein Rekordwert bei einem Insolvenzverfahren in Deutschland. Doch die Gläubiger fürchten, dass hohe Gerichtskosten und Gebühren, die aus der Insolvenzmasse bezahlt werden müssen, zu ihren Lasten gehen.

Gemessen an den 15 Milliarden könnte das Gericht am Ende 135 Millionen Euro in Rechnung stellen, rechnet Grub vor. Der Insolvenzverwalter will das Thema deshalb grundsätzlich klären lassen. Grub hat seine Kritik Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) zur Prüfung vorgelegt.

  • 14.03.2013, 18:04 Uhrgeostratege

    Zitat: "Damit besteht für die Lehman-Gläubiger die Chance, dass sie etwa 80 Prozent ihrer Forderungen zurückbekommen - dies wäre ein Rekordwert bei einem Insolvenzverfahren in Deutschland."
    Schon vergessen, dass der Rekord immer noch von "BORGWARD" gehalten wird, dessen konstruierte Pleite das Vermögen des Gründers komplett dezimiert hat, aber alle Gläubiger sowie die Aasgeier haben ihr Geld komplett zurück bekommen!!!!!
    Die Schreibe der Pseudo-Journalisten hier, in der ehemaligen FTD und so weiter haben mich schon vor Jahren bewogen, keine dieser Zeitungen weiter zu abonnieren, das wäre herausgeworfenes Geld. So spare ich mir Geld und Ärger über diese Dummschwätzer! Hoffentlich lernt das HB aus der Pleite der FTD, sonst wird langfristig auch HB den wirtschaftlichen Tod erleiden.

  • 14.03.2013, 18:59 UhrOvid

    Habe immer gedacht, die Mafiosi sitzen in Italien.

  • 14.03.2013, 19:48 UhrDer_Meister

    Gericht berechnet Lehman-Opfern horrende Gebühren ! Kann mir mal jemand erklären, warum bei einem Verfahren im dreistelligen Millionenbereich noch das Amtsgericht in Frankfurt tätig sein soll ? Und CMS Hasche Sigle können betrachten, was sie wollen, von mir aus den Mond, wie das Verfahren geführt wird, bestimmt das Gesetz und nicht diese Herren ! Den Beteiligten rate ich, ein Verfahren wegen Wucher zu führen. Denn nichtsanderes ist das. Ich würde damit bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

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