
MADRID. Die Maßnahme ziele darauf ab, "die Kapitalstruktur der Gruppe effizienter zu machen und die Bilanz zu stärken", teilte Santander mit. Das Angebot der Spanier bezieht sich auf insgesamt 27 Verbriefungen, die vor allem mit Hypothekenkrediten aber teilweise auch mit Konsumkrediten abgesichert sind.
Analysten wie José Carlos Díez vom spanischen Finanzberater Intermoney sind der Meinung, dass eine Reihe spanischer Banken dem Beispiel von Santander folgen werden. Denn die Bank muss zwar zunächst viele liquide Mittel aufwenden, um illiquide Papiere zu kaufen, dürfte am Ende aber einen satten Bilanzgewinn einstreichen. "Die Bank hat die Kredite vergeben und sie verkauft und kennt am besten das Portfolio, die erwartete Ausfallrate, daher ist das Kaufangebot ein klares Signal dass die Preise unterbewertet sind", sagt Díez.
Spanische Banken und insbesondere die beiden großen, Santander und BBVA, haben über die vergangenen Jahre trotz der schwierigen Marktbedingungen durchweg hohe Gewinne erzielt und sind daher recht liquide.
Analysten verweisen auch auf die belebende Wirkung einer solchen Maßnahme auf den ausgetrockneten ABS-Markt. Seit Beginn der Finanzkrise haben Investoren kein Vertrauen mehr in diese Papiere, selbst wenn sie das beste Gütesiegel AAA von den Ratingagenturen tragen. Die Papiere notieren daher mit einem hohen Abschlag, Santander bietet an, die Verbriefungen für 61 bis 95,5 Prozent des Nennwerts zurückzukaufen. In den vergangenen Monaten hatten bereits eine Reihe europäischer Finanzinstitute Rückkaufangebote für ABS vorgelegt, jedoch längst nicht in dem Umfang wie Banco Santander. Zudem unterscheidet sich das Angebot der Spanier dadurch, dass Santander nur die am besten bewerteten Tranchen der Verbriefungen zurücknehmen will, also explizit nicht das Ziel verfolgt die Investoren um Schrottpapiere zu erleichtern.