
HB FRANKFURT. Der Kurs der Postbank -Aktie schoss nach dieser Bemerkung während der Bilanz-Pressekonferenz der Deutschen Bank steil nach oben, zeitweise fast sechs Prozent. Auch im weiteren Verlauf einer insgesamt negativen Börse gehörte das Papier zu den wenigen Gewinnern. Ein Zusammengehen beider Banken wäre "auch für Deutschland eine sinnvolle Lösung", fügte Ackermann hinzu. Sein Institut führe aber noch keine Gespräche mit dem Postbank -Eigentümer Post über einen möglichen Kauf. "Wir wurden noch nicht kontaktiert bezüglich der Postbank und werden auch selbst nicht aktiv werden."
Die Post wollte zu der Äußerung keinen Kommentar abgeben. Beobachter wiesen darauf hin, dass zuvor auch schon die Commerzbank Interesse an der Postbank gezeigt habe. Generell spreche in der Branche jeder mit jedem, ohne dass dies bereits konkrete Verhandlungen bedeuten müsse.
Schon am Mittwoch hatte die Postbank -Aktie acht Prozent zugelegt. Grund waren Berichte, dass Post-Vorstandsvorsitzender Klaus Zumwinkel die mit 14,5 Mill. Kunden größte deutsche Publikumsbank mit einer der anderen Privatbanken zu einem Bankenriesen fusionieren möchte. Zumwinkel wird aller Voraussicht nach bis Jahresende aus Altersgründen den Platz an der Spitze des Logistikkonzerns räumen. Er wird im Dezember 65 Jahre alt. Sein Vertrag bei der Post läuft im November aus.
Es gab Vermutungen, Zumwinkel wolle mit der Schaffung einer neuen Superbank sein Lebenswerk krönen. Im November 2007 hatte er bei einer Investorenkonferenz angedeutet, dass nach Bewältigung der vollständigen Liberalisierung des Briefmarktes im Jahr 2008 auch über die Zukunft der Postbank nachgedacht werden könnte.
Als mögliche Partner für die Postbank waren neben der Deutschen Bank auch die Dresdner Bank oder die niederländische ING genannt worden. Dem Bericht zufolge soll es bereits erste Sondierungen gegeben haben, aber noch keine formale Prüfung der Möglichkeiten.
In der Vergangenheit hatte es bereits mehrere vergebliche Anläufe zur Gründung einer großen Privatkundenbank in Deutschland gegeben, um die Dominanz der Sparkassen und der Volksbanken- und Raiffeisenbanken zu brechen. Fusionsversuche von Deutscher Bank und Dresdner Bank sowie Commerzbank und Dresdner Bank waren jedoch gescheitert.