
FRANKFURT. Die belgisch-niederländische Gruppe Ageas, die bis vor kurzem Fortis hieß, hat als erster großer Versicherer massiv Staatsanleihen aus Griechenland, Italien, Portugal und Spanien verkauft. Im ersten Halbjahr waren es Papiere im Wert von 8,8 Mrd. Euro. Das entspricht der Hälfte der Investments von Ageas in Staaten, die wegen ihrer Schulden an den Märkten als besonders gefährdet gelten.
Auch hierzulande herrscht Unruhe in der Branche. So forderte der Präsident des Versichererverbandes GDV, Rolf-Peter Hoenen, gestern im Handelsblatt-Interview, dass Staatsanleihen entsprechend ihrem Risiko bewertet werden müssten.
Euro-Staatsanleihen gelten bisher als sicher
Bisher spiegelt sich dieses Prinzip weder in der Kapitalanlage-Statistik der Finanzaufsicht BaFin (siehe Grafik) noch in den Kapitalregeln wider. Wie die Banken betrachten auch die Versicherer Staatsanleihen aus dem Euro-Raum bisher als "Null-Risiko". Selbst im neuen Versicherer-Regelwerk Solvency II, das ab 2013 gelten soll, muss für Staatsanleihen kein Eigenkapital als Sicherheit zurückgelegt werden. Versicherungsmanager kritisieren dies als "Lücke".
Die deutschen Versicherer haben etwa zehn Mrd. Euro in Griechenland investiert. Eine gesonderte Statistik führt die BaFin aber nicht, obwohl die Aufsicht sogar einen Staatsbankrott Griechenlands als möglich erachtet. Die Versicherer weisen bisher nur Aktien, Hochzinsanleihen oder Hedge-Fonds als riskant aus.
Im Zuge der Schuldenkrise schwenken die Versicherungsaufseher nun um. Auf Anfrage des Handelsblatts erklärte die BaFin: "Es bleibt richtig, dass Solvency II alle wesentlichen Risiken angemessen reflektieren muss." Deshalb müssten künftig auch Staatsanleihen an die Aufseher gemeldet werden. Die Aufsicht erwarte, dass "Versicherer auch eventuelle Risiken aus Staatsanleihen angemessen in ihren internen Risikomanagement- und kontrollprozessen mit berücksichtigen". Noch im März hatte der zuständige BaFin-Direktor Thomas Steffen auf einer Handelsblatt-Tagung das "Staatenprivileg" im neuen Regelwerk Solvency II verteidigt: "Mit keinem System kann man alle Risiken einfangen." Nun liegt er näher bei BaFin-Präsident Jochen Sanio, der diese Woche im Vorwort des Geschäftsberichtes für 2009 erklärte: "Die Schuldenkrise Griechenlands hat verdeutlicht, wie schnell sich eine stabil erscheinende Lage binnen kurzem bedrohlich zuspitzen kann." Die sicheren Häfen, in denen man Zuflucht suchen könne, scheine es kaum noch zu geben. "Konservative Kapitalanleger wie die deutschen Versicherer kann das nicht freuen", sagte Sanio.
Wenig Transparenz bei Investments in Südeuropa
Spürbare Konsequenzen für die Kapitalanlagen der deutschen Versicherer sind damit aber bisher nicht verbunden. So gibt es über das Volumen der Investments in Südeuropa nur freiwillige Meldungen einiger großer Gruppen, wie Allianz, Munich Re oder ING. Diese Versicherer sehen derzeit aber im Gegensatz zu Ageas keinen Handlungsbedarf. Der europäische Branchenführer Allianz erklärte auf Anfrage, dass keine Aussagen zu einzelnen Transaktionen gemacht würden. Brutto beliefen sich die Investments der Allianz in den PIIGS-Staaten Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien Ende März auf 14,3 Mrd. Euro. Munich Re wollte sich zu ihren Engagements gestern ebenfalls nicht äußern. Grundsätzlich seien die Kapitalanlagen breit gestreut, systematische Umschichtungen gebe es nicht. Auch die niederländische ING, die insgesamt 91 Mrd. Euro in Staatsanleihen investiert hat, will sich zu dem Thema erst wieder im nächsten Quartalsbericht äußern.
Grund zur Besorgnis sieht GDV-Präsident Hoenen trotz der Ageas-Verkäufe dabei nicht. Das Engagement der deutschen Versicherer in PIIGS-Staaten sei überschaubar. "Selbst Umschuldungen, von denen ich nicht ausgehe, würden uns nicht in Schwierigkeiten bringen."
ich kenne keine bank, die aktuell "Staatsanleihen aus dem Euro-Raum als Null-Risiko" betrachtet; banken, die nach basel-ii-Regeln kalkulieren, dürfen das auch gar nicht mehr.
Lieber Tuk Tuk,
leider nichts kapiert. Du bist einer der 99% "Michels", die das Geldsystem immer noch nicht verstanden haben.
Schuld sind daher auch nicht die Journalisten, sondern das betrügerische Ponzi System, die private Giralgeldschöpfung (Privat Geld aus dem Nichts und darauf verlangte Zinsen; Stichworte: Federal Reserve Act, bretton Woods), Korruption, Lobbyismus. Schuld sind elitäre faschistisch- feudale Strukturen die die "Demokratie" längst unterwandert haben und elitäre Zirkel, die glauben, über nicht vom Volk demokratisch legitimierte Strukturen, institutionen und Organisationen ihre Weltregierungspläne (NWO) durchdrücken zu können.
Mit freundlicher Unterstützung der gedungenen Politmarionetten natürlich.
Darf ich abschließend Merkels legendären Ausspruch zitieren:
Rede der Vorsitzenden der CDU Deutschlands,
Dr. Angela Merkel, Mdb,
anlässlich der Festveranstaltung „60 Jahre CDU“
am 16. Juni 2005, berlin
"Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. Unsere Werte müssen sich auch im Zeitalter von Globalisierung und Wissensgesellschaft behaupten."
zeigt es doch sehr schön, wie es ihrer Einschätzung nach um die Souveränität des "dt. Wahl Michels" in einem "demokratischen" Staat bestellt ist, ja wie gefährdet doch unsere kümmerlichen restdemokratischen" Strukturen in der Tat sind und welche Entscheidungskraft dem bürger in Wahrheit zukommt."
@ tuk tuk
Angst vor dem Erwachen der Schafe ?
Nimm dich in Acht, wenn sich einige Schafe in Wölfe verwandeln und dir auf die Fersen gehen !
5 Kommentare
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