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Anschuldigungen: Goldman Sachs steht eine heiße Woche bevor

Umstrittene Emails, Vorwürfe aus dem Senat, Aktionärsklagen: Der Druck auf die Investmentbank Goldman Sachs wird zunehmend stärker. Rechtsexperten erwarten Sammelklagen von Anlegern während sich der Vorstandschef Blankfein Vorwürfen aus der Politik stellen muss.

Goldman Sachs gerät immer mehr unter Druck. Quelle: ap
Goldman Sachs gerät immer mehr unter Druck. Quelle: ap

NEW YORK LONDON. Die US-Investmentbank Goldman Sachs gerät nach der Betrugsklage der Börsenaufsicht SEC nun auch von Seiten der Politik immer stärker unter Druck. Kurz vor einer Anhörung im Senat am Dienstag wurden bankinterne E-Mails aus den Krisenjahren 2007 und 2008 veröffentlicht, die belegen sollen, dass die Bank am Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes sehr gut verdiente. "Es scheint so, als ob wir richtig Geld machen," schrieb Goldman Manager Donald Mullen im Oktober 2007 an seinen Kollegen Michael Swenson. Senatsmitglieder veröffentlichten nun auch eine E-Mail von Vorstandschef Lloyd Blankfein: "Sicherlich, wir haben dem Hypothekenchaos nicht aus dem Weg gehen können", schrieb er im November 2007 an seinen Führungszirkel: "Wir haben Geld verloren, aber dann haben wir durch Gegenwetten mehr Geld gemacht als wir verloren haben."

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Das allein ist bekanntlich nicht strafbar, aber Goldman Sachs hatte in der Öffentlichkeit stets den Eindruck erweckt, im Zuge des Hypotheken-Debakels Verluste erlitten zu haben. Die Emails widersprechen diesem Eindruck und bringen Goldman weiter in die Bredouille. Inzwischen gehen neben den US-Behörden auch die Aktionäre der Bank juristisch gegen Goldman vor. In zwei bei einem New Yorker Bundesgericht eingereichten Klagen wird dem Führungsgremium eine systematische Verletzung der Aufsichtspflichten vorgeworfen.

Die Bank habe riskante Transaktionen mit verbrieften Hypothekenkrediten zugelassen, ohne genau zu prüfen, wie die Produkte strukturiert und vermarktet worden seien. Zudem hätten sie es versäumt, Interessenskonflikten vorzubeugen. Diese Verfehlungen hätten der Bank Verbindlichkeiten in Milliardenhöhe aufgebürdet und den Ruf des Geldhauses schwer beschädigt, heißt es in den Klagen. Ein Goldman-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Rechtsexperten betonen, dass auf die Bank in den nächsten Wochen Sammelklagen zukommen könnten.

Zunächst aber muss sich Vorstandschef Blankfein hitzigen Vorwürfen aus der Politik stellen. Gemeinsam mit weiteren Goldman-Managern wird er am morgigen Dienstag vor einem Unterausschuss des Senats in Washington Rede und Antwort stehen. Anlass ist die Klage der Börsenaufsicht SEC. Sie hat Goldman wegen eines verbrieften Hypotheken-Wertpapiers verklagt, das sie mit unvollständigen Angaben vermarktet haben soll. Die Kunden der Investmentbank, darunter die deutsche Mittelstandsbank IKB, verloren durch die Transaktion insgesamt rund eine Mrd. Dollar.

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