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Arbeitsplätze in Gefahr: Postbank und Commerzbank streiten um Mitarbeiter

exklusiv Die Postbank will 350 bis 400 Angestellte zusammen mit einer Geschäftseinheit an die Commerzbank abgeben. Doch die will die Mitarbeiter gar nicht haben. Nun sind die Jobs als solche in Gefahr.

Coba-Chef Blessing: Bis zu 400 Angestellte sollen zu seinem Institut wechseln. Quelle: dpa
Coba-Chef Blessing: Bis zu 400 Angestellte sollen zu seinem Institut wechseln. Quelle: dpa

FRANKFURT. Die Arbeitsplätze von Hunderten von Postbank-Angestellten sind in Gefahr. Das Bonner Institut gibt Teile des Zahlungsverkehrsgeschäfts an die Commerzbank zurück und will Belegschaftskreisen zufolge auch 350 bis 400 Angestellte auf diese Weise loswerden. Doch die Commerzbank weigert sich, die Mitarbeiter zu übernehmen. Denn Deutschlands zweitgrößte Bank baut im Zuge der Fusion mit der Dresdner Bank im Inland selbst 6 500 Stellen ab. Die Commerzbank unter der Führung von Martin Blessing pocht darauf, dass die Postbank die ehemaligen Dresdner-Bank-Mitarbeiter fest übernommen hat – während das Zahlungsverkehrsgeschäft nur zeitlich befristet ausgelagert wurde.

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Im Jahr 2004 hatte die Dresdner Bank – seit über einem Jahr Teil der Commerzbank – ihr Zahlungsverkehrsgeschäft an die Postbank ausgelagert. Der damals geschlossene Vertrag läuft Anfang kommenden Jahres aus. Anders als die Dresdner setzt die Commerzbank aber darauf, zentrale Computersysteme hausintern laufen zu lassen. Das Institut, das in der Krise vom Staat mit 18,2 Mrd. Euro gestützt wurde, will damit auch die eigenen Kapazitäten besser auslasten. Damit zeichnet sich ab, dass die betroffenen Mitarbeiter zwischen allen Stühlen sitzen.

Am Mittwoch soll der Konflikt nach Handelsblatt-Informationen bei einem Treffen von Topmanagern beider Häuser nochmals diskutiert werden. Mit involviert sind dabei Commerzbank-Personalvorstand Ulrich Sieber sowie sein Postbank-Pendant Ralf Stemmer.

Verdi schimpft: „Eine Sauerei“

Der Konflikt ruft mittlerweile auch Verdi auf den Plan. „Das ist eine Sauerei“, sagt Gerd Tausendfreund, der für die Dienstleistungsgewerkschaft im Aufsichtsrat der Postbank sitzt. „Der Streit zweier Banken wird auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen, denen jetzt die Arbeitslosigkeit droht.“

Commerzbank und Postbank lehnten eine Stellungnahme ab. Außer Frage steht aber, dass die betroffenen Mitarbeiter der Postbank-Tochter Betriebscenter Banken (BCB) den Bonner Konzern verlassen sollen. Dies hatte Vorstandschef Stefan Jütte bereits im Dezember dem Handelsblatt im Interview bestätigt. Ihre Arbeitsplätze sind unter den rund 2 000 Stellen, die das Institut im Zuge seines im Herbst aufgelegten Effizienzprogramms bis zum Jahr 2012 abbauen will.

  • 20.04.2010, 14:23 UhrAnonymer Benutzer: Yammi

    Schade das die Hintergründe hier nicht korrekt wieder gegeben wurden.
    Nicht die Postbank gibt die Tätigkeiten an die Comba zurück um Mitarbeiter los zu werden sondern die Comba zieht das Geschäft bei der Postbank/bCb ab, um dieses angeblich mit ihrer eigenen iT, wahrscheinlich auch in billiglohn-Ländern, abzuwickeln.

  • 20.04.2010, 14:01 UhrAnonymer Benutzer: Ex-Betroffener

    bei der Verlagerung des Zahlungsverkehrs von der Dreba zur Postbank wurden hunderte Mitarbeiter nicht übernommen und landeten auf der Straße.
    Die Postbank hat es auch nicht interessiert, was aus den Mitarbeitern wurde.
    Und wo war 2005 die Gewerkschaft Verdi. Außer ein paar inhaltslosen Kommentaren und zwei Flugblättern hat sich Verdi damals auch nicht gekümmert.
    Das war wohl ebenso eine Sauerei

  • 20.04.2010, 13:54 UhrAnonymer Benutzer: pitbri

    Da ist die journalistische Recherche wohl etwas zu kurz geraten.
    Nicht die Postbank gibt den Zahlungsverkehr zurück an die Comba sondern die Comba zieht den Zahlungsverkehr der ehemaligen Dresdner bank an sich. Für die erforderlichen technischen Anpassungen ihrer iT hat sie ja entsprechende Staatsknete bekommen. Mit dieser kann die Comba jetzt Arbeitsplätze bei der Postbank/bCb AG vernichten. Eventuelle neue Arbeitsplätze werden dann wohl unter billigtarifen, evtl. sogar im Ausland, entstehen.
    Das ist doch super, Staatsknete für den Arbeitsplatzabbau.

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