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Arcandor-Pleite: Schickedanz will Milliarden von Sal. Oppenheim

Die Großaktionärin der insolventen Arcandor-Gruppe will die Bank Sal. Oppenheim und deren Partner Josef Esch auf mehr als zwei Milliarden Euro Schadenersatz verklagen. Beide hätten sie aus Eigennutz falsch beraten.

Fühlt sich im Recht: Madeleine Schickedanz, Tochter des Quelle-Gründers. Quelle: dpa
Fühlt sich im Recht: Madeleine Schickedanz, Tochter des Quelle-Gründers. Quelle: dpa

Köln/NürnbergQuelle-Erbin Madeleine Schickedanz will nach dem Verlust ihres Milliardenvermögens Schadenersatz von ihren Finanzberatern. Ein entsprechender Klageentwurf gegen die Bank Sal. Oppenheim, ihren ehemaligen Vermögensberater Josef Esch sowie zwölf weitere Personen und Firmen sei einem Zuständigkeitsfestlegungsantrag an das Oberlandesgericht Köln beigefügt worden, sagte Schickedanz' Anwalt Peter Rath am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Nürnberg. Er bestätigte damit in Teilen einen Bericht des „Manager Magazins“ (Freitag).

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In dem Klageentwurf gehe es „unter anderem“ um Schadenersatz, sagte Rath. „Es sind große Zahlen.“ Die vom „Manager Magazin“ genannten Summen seien jedoch zu hoch. Der Zeitschrift zufolge macht Schickedanz ihre Berater für ihr verfehltes Aktienengagement bei dem 2009 zusammengebrochenen Handelskonzern Arcandor („KarstadtQuelle“) verantwortlich und fordert mehr als zwei Milliarden Euro Schadenersatz. Außerdem verlange sie die Erstattung von bereits erfolgten Kredittilgungen in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro und wolle die Stellung von Sicherheiten aus ihrem Privatvermögen im Wert von mehr als 200 Millionen Euro rückgängig machen.

„Von uns stammen die Zahlen nicht“, stellte Rath klar und verwies auf die vereinbarte Vertraulichkeit. Zumal es derzeit noch keine förmliche Klage gebe: „Es geht nur darum, dass das OLG Köln den Gerichtsstand festlegt“, erläuterte Rath. Damit keine Verjährungsfristen ablaufen, hatten die Anwälte den lange vorbereiteten Antrag am 28. Dezember eingereicht. Nach Angaben eines OLG-Sprechers hat der Senatsvorsitzende den gegnerischen Parteien nun eine Frist bis zum 02. Februar gesetzt, in der sie Stellung nehmen sollen.

Ein Sprecher von Sal. Oppenheim sagte der dpa, die Vorwürfe seien „rechtlich nicht haltbar“. Einer etwaigen juristischen Klärung sehe das Bankhaus gelassen entgegen. Sal. Oppenheim war nach Fehlspekulationen und Milliardenverlusten Anfang 2010 von der Deutschen Bank übernommen worden und steht heute unter komplett neuer Führung. Auch Vermögensberater Esch hatte die Vorwürfe bereits bei Bekanntwerden der Klagevorbereitungen im vergangenen Jahr zurückgewiesen.

  • 19.01.2012, 21:02 UhrHenry

    Nicht nur Frau Schickedanz wurde über den Tisch gezogen. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass passiert auch den ärmeren Menschen. Ich wurde z.B. beim Kauf einer Aktie getäuscht, nein nicht vom Berater. Hier stand der Verdacht auf Kursmanipulation an der Börse. Nachdem die Staatsanwaltschaft recherchierte, wurde diese Aktie von der Frankfurter Börse genommen und das heißt schon was. Im Gegensatz zu Frau Schickedanz konnte ich mir zu dem Zeitpunkt keinen Anwalt leisten. Wird die Schuld bei Frau Schickedanz gesehen, erhält sie keinen Cent zurück. Solange Frau Schickedanz nicht zum Sozialamt laufen muss, wird sie den finanziellen Verlust wie eine große emanzipierte Persönlichkeit hinnehmen.

  • 19.01.2012, 18:20 UhrAnonymer Benutzer: Koboldo

    Frau Schickedanz muss sich schon selbst an den Ohren ziehen! Wer Leute wie Middelhoff zum Berater macht, muss sich nicht wundern, ein Vermögen zu verlieren. Ein wenig mehr unternehmerischen Instinkt hätte ich schon zugetraut..

  • 19.01.2012, 17:49 UhrLe-h-r-tasche

    HALL OF FAME
    Ob Frau Schickedanz dort auch kurz Thema war?
    Mir wollen nur 3 Orte auf der Welt einfallen,
    wo so etwas generell möglich ist:
    1. Kölner Flughafen/Arrival Privatjets
    2. Kölner Pferderennbahn
    3. Kölner Domplatz.
    Wünsche ihr Kraft und Durchhaltevermögen.

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