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Aufarbeitung der Krise: Staatsanwalt knöpft sich Ex-Händler der Credit Suisse vor

New Yorker Staatsanwälte zeigen der Wall Street ihre Krallen. Und es geht mitten hinein in die wilde Zeit der Finanzkrise. Händler sollen die toxische Papiere zu hoch bewertet haben, um höhere Boni zu kassieren.

Hatte die Credit Suisse in den USA Händler, die zu viel wollten? Quelle: Reuters
Hatte die Credit Suisse in den USA Händler, die zu viel wollten? Quelle: Reuters

WashingtonDie New Yorker Staatsanwaltschaft will offenbar mehrere ehemalige Händler der Schweizer Großbank Credit Suisse anklagen. Der Vorwurf: Sie sollen im Frühjahr 2008 Investoren getäuscht haben, indem sie mit Hypotheken besicherte Wertpapiere absichtlich zu hoch bewerteten, um höhere Boni zu kassieren. Das berichteten am Dienstagabend übereinstimmend das „Wall Street Journal“ und die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise.

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Demnach könnte die Behörde von Bezirksstaatsanwalt Preet Bharara die Klage bereits am heutigen Mittwoch einreichen. Die Credit Suisse, die nicht belangt wird, wollte sich ebenso wenig zu den Berichten äußern wie die New Yorker Staatsanwaltschaft und die Finanzaufsicht SEC, die laut Bloomberg ebenfalls in dem Fall ermittelt. Die Namen der Händler sind bislang nicht bekannt.

Die Vorwürfe gehen zurück in die ersten Monate des Jahres 2008, als die massenweise in den Bilanzen der Finanzfirmen lagernden Hypothekenpiere, häufig unterlegt mit Schrottkrediten, an Wert verloren hatten. Die Folge waren branchenweit Milliarden-Abschreibungen, die einige Firmen nicht verkrafteten. Im März wurde die taumelnde Investmentbank Bear Stearns notverkauft, Lehman Brothers meldete im September Insolvenz an.

Bei der Klage geht es unter anderem um Aktivitäten im Februar 2008. Die Händler sollen für so genannte Mortgage Backed Securities (MBS), Collateralized Debt Obligations (CDOs) und andere Papiere einen zu hohen Wert angesetzt haben, obwohl die Preise  längst gefallen waren. Dazu passt, dass die Credit Suisse am 19. Februar überraschend mehrere Händler wegen falscher Bewertungen entließ und Abschreibungen auf besicherte Wertpapiere in Höhe von 2,65 Milliarden Dollar ankündigte.

In letzter Zeit versuchen Strafverfolger und Finanzaufseher in den USA verstärkt aufzuklären, ob Finanzfirmen eigene Hypotheken bewusst falsch bewerteten. Noch immer gibt es für die Masse der komplexen Papiere keine nachvollziehbaren Preise, Analysten befürchten verschleppte Wertkorrekturen. Von Ermittlungen betroffene Firmen argumentieren meist damit, dass niemand die Finanzkrise vorhersehen konnte und dass falsche Unternehmensentscheidungen nicht justiziabel seien.

Die harte Linie der Behörden kommt zeitgleich mit den Ankündigungen der Regierung, die Wall Street für die Finanzkrise stärker zu belangen. US-Präsident Barack Obama hatte vergangene Woche in seiner Rede zur Lage der Nation angekündigt, eine neue Task Force zu schaffen, die die Geschäfte von Banken und Kreditvermittlern auf dem Immobilienmarkt unter die Lupe nehmen soll. Der Zusammenbruch des Häusermarktes hatte die Finanzkrise und in der Folge die größte Rezession seit der 30er Jahren ausgelöst.  

  • 01.02.2012, 10:31 UhrAnonymer Benutzer: tetsuo

    absolut unglaubwürdig, solange keine Strafverfolgung gegen die 3 großen Ratingagenturen eingeleitet wird. Amerikanische Bananen-Justiz, der Ihrer "totalitären Gegner" nicht unähnlich.

  • 01.02.2012, 09:01 UhrAnonymer Benutzer: donolli

    Alibiklagen fürs Volk! Aber das Spiel geht weiter! Wurde etwas am System geändert nein! Das sind doch nur populistische Massnahmen um dem Volk ein Ventil zu geben (Wahljahr!). Übrigens wieso keine angelsächs. Banken, die waren doch die größten Händler in dem Segment? Ach ja, man hat ja noch mit der Schweiz ein Hünchen zu rupfen wegen der Steuervermeidungsmodelle der Schweizer Banken! Alles eine farce!

  • 01.02.2012, 08:46 UhrAnonymer Benutzer: Mazi

    Ist ja irgendwie naiv zu glauben, dass nur in New York Bonizahlungen aufgrund von "Bewertungsgrundsätzen" dargestellt wurden.

    Auch in Deutschland gibt es "Bewertungsgrundsätze", die mit Marktpreisen nichts zu tun haben. Ein aktuelles und typisches Beispiel ist die Bewertung der toxischen Papiere der EZB.

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