_

Aufsichtsrats-Vergütungen: Topverdiener gehen mit schlechtem Beispiel voran

Viele Aufsichtsräte von Dax-Unternehmen gehen bei der Vergütung mit schlechtem Beispiel voran: Die Mehrheit der Dax-Konzerne setze ausschließlich auf kurzfristige variable Vergütungen, kritisiert Christiane Hölz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Manfred Schneider, ehemaliger Bayer-Vorstandschef, zählt zu den Topverdienern unter den Aufsichtsräten Quelle: ap
Manfred Schneider, ehemaliger Bayer-Vorstandschef, zählt zu den Topverdienern unter den Aufsichtsräten Quelle: ap

BERLIN. Das sei „mit Sicherheit kein richtiges Signal“ für ein Organ, das den Vorstand dabei überwachen soll, nicht auf kurzfristige Quartalsergebnisse zu setzen, sondern auf nachhaltiges Wachstum. Generell halten die Aktionärsschützer die Gewichtung von fixen und variablen Bezügen bei Aufsichtsräten für nicht optimal. Nach Berechnungen der DSW schütteten die Dax-Unternehmen für das Jahr 2008 rund 23 Mio. Euro an Fixbezügen und 27 Mio. Euro an variablen Bezügen aus. Bei 14 Dax-Werten werde die erfolgsabhängige Komponente überbewertet. Die variablen Vergütungen sollten nicht über einen Anteil von 30 Prozent steigen, empfiehlt die DSW.

Anzeige

Für ausgesprochen schlechte Beispiele halten die Aktionärsschützer dabei Lufthansa und Volkswagen. Bei der Lufthansa würden mehr als das Doppelte der fixen Vergütung als variable Anteile bezahlt. Bei Volkswagen können variable Boni das 20-fache der Grundvergütung ausmachen.

Auch stört sich die DSW daran, dass sich Boni für Aufsichtsräte an der Dividende orientieren – das sei bei 14 Dax-Werten Praxis. Da der Aufsichtsrat über den Dividendenvorschlag entscheide, bestehe die Gefahr, dass das Gremium über seine eigene Vergütung bestimme. Von den zehn Aufsichtsräten, die 2008 die höchsten Vergütungen zahlten, sei in sieben Fällen die Vergütung an die Dividende gekoppelt gewesen.

Zu den Topverdienern in der Branche zählen der ehemalige Bayer-Vorstandschef Manfred Schneider, der ehemalige Finanzvorstand der Deutschen Bank, Clemens Börsig, und der ehemalige Chef von ThyssenKrupp, Gerhard Cromme. Als Aufsichtsratsvorsitzender von Bayer, Linde und RWE und mit seinem Mandat bei Daimler kommt Schneider auf ein Salär von knapp eine Mio. Euro. Börsig führt den Aufsichtsrat der Deutschen Bank und sitzt in den Gremien von Bayer, Linde und Daimler. Er kommt auf rund 680 000 Euro im Jahr. Cromme ist Chef des Aufsichtsrats von Thyssen-Krupp und Siemens und sitzt im Allianz-Aufsichtsrat. Cromme verdiente nach Angaben der DSW mehr als 980 000 Euro.

  • Die aktuellen Top-Themen
Aufstieg und Fall der PKV: „Die Kosten für Gesundheit werden weiter steigen“

„Die Kosten für Gesundheit werden weiter steigen“

Sinkende Erträge und politischer Druck: Die Zeiten für private Krankenversicherer werden härter. Reinhold Schulte, Chef des PKV-Verbandes, spricht über die Finanzierung von Gesundheit und falsche Anreize der Politik.

Bahn-Chef Grube: Börsengang der Bahn derzeit kein Thema

Börsengang der Bahn derzeit kein Thema

Ein Börsengang der Deutschen Bahn ist nach den Worten von Bahn-Chef Rüdiger Grube derzeit kein Thema. "Die Bahn braucht den Börsengang zurzeit nicht", sagte Grube in einem Interview.

Transport-Firmen: Logistiker haben Angst vor dem Euro-Kollaps

Logistiker haben Angst vor dem Euro-Kollaps

Bei den Auftraggebern sinken die Wirtschaftserwartungen und die Preise für Transportleistungen gehen bereits zurück. Trotzdem bauen Logistikanbieter weiter Kapazitäten aus. Das aber könnte sich bald ändern.

  • Video

Global 3000 Die Fischer von Limbé

Für die Fischer an Kameruns Küsten werden die Aussichten immer schlechter. Es gibt immer weniger Fische, ausländische Trawler haben die Gewässer fast leer gefischt. Auch die kleine Stadt Limbé leidet unter der Krise.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.