
BERLIN. Das sei „mit Sicherheit kein richtiges Signal“ für ein Organ, das den Vorstand dabei überwachen soll, nicht auf kurzfristige Quartalsergebnisse zu setzen, sondern auf nachhaltiges Wachstum. Generell halten die Aktionärsschützer die Gewichtung von fixen und variablen Bezügen bei Aufsichtsräten für nicht optimal. Nach Berechnungen der DSW schütteten die Dax-Unternehmen für das Jahr 2008 rund 23 Mio. Euro an Fixbezügen und 27 Mio. Euro an variablen Bezügen aus. Bei 14 Dax-Werten werde die erfolgsabhängige Komponente überbewertet. Die variablen Vergütungen sollten nicht über einen Anteil von 30 Prozent steigen, empfiehlt die DSW.
Für ausgesprochen schlechte Beispiele halten die Aktionärsschützer dabei Lufthansa und Volkswagen. Bei der Lufthansa würden mehr als das Doppelte der fixen Vergütung als variable Anteile bezahlt. Bei Volkswagen können variable Boni das 20-fache der Grundvergütung ausmachen.
Auch stört sich die DSW daran, dass sich Boni für Aufsichtsräte an der Dividende orientieren – das sei bei 14 Dax-Werten Praxis. Da der Aufsichtsrat über den Dividendenvorschlag entscheide, bestehe die Gefahr, dass das Gremium über seine eigene Vergütung bestimme. Von den zehn Aufsichtsräten, die 2008 die höchsten Vergütungen zahlten, sei in sieben Fällen die Vergütung an die Dividende gekoppelt gewesen.
Zu den Topverdienern in der Branche zählen der ehemalige Bayer-Vorstandschef Manfred Schneider, der ehemalige Finanzvorstand der Deutschen Bank, Clemens Börsig, und der ehemalige Chef von ThyssenKrupp, Gerhard Cromme. Als Aufsichtsratsvorsitzender von Bayer, Linde und RWE und mit seinem Mandat bei Daimler kommt Schneider auf ein Salär von knapp eine Mio. Euro. Börsig führt den Aufsichtsrat der Deutschen Bank und sitzt in den Gremien von Bayer, Linde und Daimler. Er kommt auf rund 680 000 Euro im Jahr. Cromme ist Chef des Aufsichtsrats von Thyssen-Krupp und Siemens und sitzt im Allianz-Aufsichtsrat. Cromme verdiente nach Angaben der DSW mehr als 980 000 Euro.