Banken

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Aufspaltung der Geschäfte: Bankenverband erwartet Trennbanken bereits in drei Monaten

Die Trennung von Kundengeschäft und Investmentbanking wird kommen. Dessen ist sich der Bankenverband sicher. Bereits in einem Vierteljahr könnte die Umsetzung beginnen. Doch genau die bereitet den Experten große Sorgen.

Die Skyline von Frankfurt. Schon in einem Vierteljahr könnten die Trennbanken kommen. Damit rechnet zumindest der Bankenverband. Quelle: dpa
Die Skyline von Frankfurt. Schon in einem Vierteljahr könnten die Trennbanken kommen. Damit rechnet zumindest der Bankenverband. Quelle: dpa

FrankfurtEine politisch gewollte Abtrennung des Handelsgeschäfts von Banken lässt sich nach Auffassung des Branchenverbands BdB zumindest in Deutschland und Frankreich kaum noch abwenden. „Man wird von dem Trip nicht mehr herunterkommen. Da wird irgendwas ins Schaufenster gestellt werden“, sagte Michael Kemmer, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), am Freitag in Frankfurt. „Da wird kein Vierteljahr mehr ins Land gehen.“ Die Regierungen Deutschlands und Frankreichs hatten sich in dieser Woche für die Umsetzung eines Trennbanken-Systems nach dem Modell einer Kommission um den finnischen Notenbankchef Erkki Liikanen ausgesprochen. Kemmer warnte sie davor vorzupreschen, während die EU bei dem Thema zögere.

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Der Kommission gehörte auch der Frankfurter Banken-Professor Jan Pieter Krahnen an. Er äußerte in einer Diskussion mit Kemmer die Befürchtung, dass die Ideen der Experten von der Politik verfälscht werden könnten: „Was vorbereitet wird, ist eine Art 'Liikanen light'.“ Es werde wohl auf eine Abtrennung des reinen Eigenhandels – also ohne Kundenauftrag – hinauslaufen. „Das ist etwas, wovon wir abgeraten haben. Das macht viel Aufwand und bringt wenig Nutzen“, sagte Krahnen.

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Die Liikanen-Kommission hatte vorgeschlagen, das gesamte Handelsgeschäft einschließlich des kundenorientierten Market-Making in eigene Einheiten unter einem Holding-Dach zu verlagern, wenn es eine bestimmte Größe erreicht. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin prüft derzeit, ob sich das überhaupt in die Praxis umsetzen lässt. Der BdB vertritt mit der Deutschen Bank und der Commerzbank zwei Institute, die davon hierzulande betroffen wären.

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Am europäischen Universalbanken-System mit Investmentbanking und Einlagengeschäft aus einer Hand will Liikanen nicht rütteln. Kemmer fürchtet allerdings, dass es doch auf eine Auflösung der gewohnten Strukturen hinausläuft: „Wir haben schon die Sorge, dass die Bankenstruktur in der EU dadurch aus dem Gleichgewicht kommen könnte.“ Nach den Vorstellungen der Experten soll sich der Handel künftig eigenständig refinanzieren, um nicht mit Hilfe der Kundengelder quersubventioniert zu werden.

Regulierung der Banken

Kemmer warnte, dass das zu Fehlanreizen führen könnte. Kleine – aber weniger erfahrene – Banken, die nicht unter die Neuregelung fallen, könnten sich ermutigt fühlen, den Handel auszubauen. Krahnen glaubt dagegen, dass das Liikanen-Modell eher zu einer stärkeren Konzentration im Investmentbanking führen würde, weil das Geschäft massiv von Größenvorteilen profitiere.

  • 06.02.2013, 20:19 Uhrhanwufu

    aha 3 Monate ist eine Ansage

  • 26.01.2013, 14:50 UhrMazi

    Es gibt kein Argument, dass dem entgegen stehen könnte und dies vor dem Hintegrund wie besagte Banken mit dem Universalbankensystm umgegangen sind.

    Das eigentliche Problem liegt letztlich aber drin, dass weder Wirtschaftsprüfer noch Bankenaufsicht der Aufgabe gewachsen waren, Universalbanken zu prüfen, zu überwachen. Und dieses Problem wir auch nicht mit der Zerschlagung der Universalbanken gelöst.

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