
FRANKFURT. Die Finanzierung der neuen Beteiligungsgesellschaft werde vollständig von den Familienaktionären der Privatbank übernommen. Das teilte die Bank am Donnerstag mit. Wie viel Kapital sie dafür aufbringen wird, ist noch unklar. Minderheitsbeteiligungen an Banken wie der IKB oder der Mediobanca bleiben bei der Bank. Der Dachfondsmanager Sal. Oppenheim Private Equity Partners mit einem verwalteten Fondsvermögen von rund fünf Mrd. Euro hingegen geht an die neue Gesellschaft.
"Die Eigentümer ermöglichen so der Sal. Oppenheim Gruppe die Konzentration auf das originäre Bankgeschäft und die Fokussierung auf das Geschäftsmodell der integrierten Vermögensverwaltungs- und Investmentbank", sagte der Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter der Bank, Matthias Graf von Krockow.
Sal. Oppenheim erhofft sich, mit der Ausgliederung die hohen Schwankungen des Beteiligungsgeschäfts auf die Bankbilanz zu beenden. Denn Privatbanken versuchen bei ihren vermögenden Privatkunden derzeit vor allem mit Stabilität zu punkten. Zudem erhoffen sich die Aktionäre mehr Freiheiten für das Beteiligungsgeschäft, wenn es nicht mehr Teil der Bank ist.
Zu den Auswirkungen der Ausgliederung auf die Bilanz der Bank für das vergangene und laufende Jahr wollte sich ein Sprecher von Sal. Oppenheim nicht äußern. Da die Ausgründung derzeit läuft, sind Konsequenzen eher für die Bilanz 2009 zu erwarten. Zentral ist der vereinbarte Preis für die zu übertragenden Beteiligungen. Die Anteile am Autozulieferer Continental bleiben "zum Zweck der Veräußerung" bei der Bank. Risiken entstünden dadurch keine.
Unberührt von der Umstrukturierung bleiben auch die 200 Mio. Euro an frischem Kapital, die die knapp 40 Aktionäre der Bank nach ihrem Beschluss im Dezember mittlerweile zugeschossen haben. Im ersten Halbjahr 2008 war das Eigenkapital wegen Abschreibungen auf gut 1,8 Mrd. Euro gesunken. Die Geschäftszahlen für das zweite Halbjahr hat Sal. Oppenheim noch nicht veröffentlicht.