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Außergerichtliche Einigung: Wall Street knickt im Hypothekenskandal ein

Die großen US-Banken fürchten neue negative Schlagzeilen um illegale Zwangsversteigerungen. Jetzt kommen sie enteigneten Hausbesitzern entgegen: Ein Vergleich soll her. Wann dieser aber zustande kommt und wie er aussehen wird, ist noch unklar.

Verkaufsschild an einem Haus: Ein Vergleich soll die den Streit um die möglicherweise illegalen Zwangsversteigerungen beilegen. Quelle: Reuters
Verkaufsschild an einem Haus: Ein Vergleich soll die den Streit um die möglicherweise illegalen Zwangsversteigerungen beilegen. Quelle: Reuters

NEW YORK. Der US-Bankenbranche ist im Hypothekenskandal der Kampfesmut abhandengekommen. Die Wall Street strebt nun in der Auseinandersetzung um möglicherweise illegale Zwangsversteigerungen von Häusern mit den Generalstaatsanwälten von 50 Bundesstaaten eine außergerichtliche Einigung an. „Es ist im Interesse aller, einen Vergleich zu schließen und die Sache hinter uns zu bringen“, sagte Brian Moynihan, der Chef des größten US-Instituts Bank of America, zu Wochenbeginn auf einer Investorenkonferenz. Moynihan und andere hatten bei Bekanntwerden des Skandals vor einigen Wochen noch getönt, man werde nicht klein beigeben und jeden Fall einzeln durchfechten.

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Hintergrund sind Vorwürfe, die großen Banken hätten Menschen mit der falschen Behauptung, sie würden ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen, aus ihren Häusern geworfen. Nach Ansicht der Staatsanwälte besteht der Verdacht, dass die Institute dies nicht sauber belegen konnten und in einigen Fällen nicht beweisen konnten, dass sie die Hypothek überhaupt besitzen. Im Immobilienboom bis 2007 waren Hypotheken von Banken aufgekauft und in strukturierten Anleihen verpackt weiterveräußert worden. Wegen der Komplexität des Prozesses und weil inzwischen eine Reihe von Instituten übernommen wurde, ist offenbar in vielen Fällen die Dokumentation der Fälle nur noch schwer möglich. Die Banken betonten bislang, dass es sich dabei um Einzelfälle handele. Banken reagieren auf die Furcht ihrer Aktionäre vor teuren Prozessen.

Anleger machen bereits einen Bogen um Banken

Die Kehrtwende der Institute kommt nicht von ungefähr. In den nächsten Wochen stehen Parlamentsanhörungen zu dem Thema an, die erneut für Schlagzeilen und Druck auf die Aktienkurse der Banken sorgen dürften. Investoren hatten Finanzpapiere in den vergangenen Wochen aus Furcht vor langwierigen und teuren Prozessen gemieden. Analysten schätzen, der Skandal könnte die Institute zum Rückkauf von Hypotheken zwingen. Die Kosten dafür werden auf bis zu 190 Mrd. Dollar veranschlagt.

Offen ist, wann es zu einem Vergleich kommen und was er die Banken kosten wird. Medienberichten zufolge dürfte es noch mindestens einen Monat dauern, bis eine Einigung erreicht wird. Ziel der Staatsanwälte ist es offenbar, dass die Banken in einen Fonds einzahlen, aus dem finanziell angeschlagene Hausbesitzer Unterstützung erhalten sollen. Gleichzeitig sollen sich die Institute verpflichten, mehr Schuldnern als bislang mehr Zeit zur Begleichung ihrer Verpflichtungen einzuräumen. Nicht betroffen von einem Vergleich wären allerdings privatrechtliche Verfahren zwischen Hausbesitzern und ihrer Bank.

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