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Bank of America: Die Zeitbombe

Noch in der Krise kaufte die Bank of America kräftig zu - heute ist sie die gefährlichste Bank der Welt.

Hauptsitz der Bank of America in Charlotte, North Carolina. Quelle: dapd
Hauptsitz der Bank of America in Charlotte, North Carolina. Quelle: dapd

Mit seinem roten Haarschopf und den zerknautschten Gesichtszügen sieht Brian Moynihan aus wie direkt einer Werbung für irisches Guinness entsprungen. Doch statt gemütlich ein Bier zu stemmen, hat Moynihan in den vergangenen Monaten mehr öffentliche Auftritte über sich ergehen lassen, als Präsident Obama Wahlkampfreden hielt. Fast immer wirkt Moynihan dabei angespannt, oft spricht er ohne Pausen, die Worte stolpern aus seinem Mund, er verschluckt die Enden. Den „Murmler“ nennen ihn selbst seine Kollegen hinter seinem Rücken. Für andere ist Brian Moynihan der gefährlichste Banker der Welt.

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Der 52-Jährige ist Vorstandschef der Bank of America. Das Institut ist außerhalb der USA kaum bekannt, doch sein Kollaps könnte die aktuelle Krise in ein Desaster verwandeln. Die B of A, wie die Finanzwelt sie nennt, ist über ein Netz aus Kontrakten, Krediten und Sicherheiten mit Banken rund um den Globus verbunden. „Die Bank of America ist geradezu die Definition einer systemisch relevanten Finanzinstitution“, sagt William Black. „Ein Kollaps würde Lehman Brothers wie ein Schlagloch aussehen lassen. Wenn die B of A fällt, gehen wir alle über die Klippe.“ Der Forscher weiß, wovon er redet. Als Regulierer räumte er den großen US-Sparkassenskandal der neunziger Jahre mit auf.

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Die Bank ist mit ihrer Bilanzsumme von 2,2 Billionen Dollar ein Riese - die Summe entspricht dem Bruttoinlandsprodukt von Griechenland, Portugal und Spanien zusammen. Gut 57 Millionen Amerikaner sind Kunden, und so gut wie alle US-Großunternehmen sind es auch. Moynihans Institut hat mehr Filialen in Nordamerika als Kentucky Fried Chicken. Geht es der Bank schlecht, geht es dem Land schlecht - und die Alarmzeichen, dass es der Bank schlecht geht, haben sich in den vergangenen Wochen gemehrt.

Drei Jahre sind seit dem Untergang von Lehman Brothers vergangen, und die miesen Hypothekenkredite, die einst deren Absturz verursachten, verschwanden aus den Schlagzeilen. Doch dann erhob Anfang September die FHA, die Aufsicht der öffentlich-rechtlichen Hypothekenaufkäufer Fannie Mae und Freddie Mac, Klage gegen 17 Banken. Der Vorwurf: Die Banker seien mit der Vergabe von Krediten an überforderte Schuldner nicht bloß nachlässig gewesen, sondern hätten Fannie und Freddie bewusst Schrott angedreht. Und zuallererst hat die FHA die Bank of America im Visier, die alle Vorwürfe zurückweist. Die Behörde behauptet, genügend Beweise zu haben.

  • 30.10.2011, 23:42 UhrAnonymer Benutzer: stropan

    Finde Ihren Kommentar sehr gut, und wirklich von einer anderen perspaektive realistisch dargestelt.

  • 30.10.2011, 16:30 UhrBasilio

    Da glauben Sie falsch. Alles hängt direkt oder indirekt zusammen. Das Verhalten eines Teenagers wenn er all sein Geld ausgibt und all seine Energie aufwendet um Mädchen zu imponieren, läßt sich sehr wohl mit dem Potenz- und Imponiergehabe der Finanzindustrie und deren Anhänger und Verfechter vergleichen. Wir werden von einer Bande von Halbstarken an der Nase herumgeführt und für dumm verkauft.

    Man erklärt uns seit geraumer Zeit, dass Privathaushalte nicht Staatshaushalten vergleichen kann. Nun sehen wir, wo uns diese "Theorie" hingebracht hat.

    Der Menschheit größter Fehler wäre zu glauben, dass alles getrennt und unabhängig voneinander wirkt.

  • 30.10.2011, 16:11 UhrDummschule.Deutschland

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    Ich glaube Sie sollten die Amateurliga mit den Profis nicht miteinander vergleichen. Zwei verschieden Welten.
    Und ich sehe im Spiel der Profis Dinge, die die Unarten der Amateure in den Schatten stellen. So sehr daß damit langfristig das gesamte Wohlstandsgefüge auf dem Planeten in Frage gestellt wird.
    .

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