
Werden bei dem vorliegenden politischen Kompromiss die Probleme nicht einfach in die Zukunft verlagert?
Es ist auf jeden Fall die beste Alternative. Bei jedem anderen Modell wäre ja der Steuerzahler über Gebühr belastet worden. Aber natürlich sind die Löcher in den Finanzen nicht endgültig geschlossen, sondern werden nur gestreckt.
Reicht der vorliegende Gesetzentwurf aus, um mehr Sicherheit für das Bankensystem zu schaffen?
Natürlich ist die Sicherheit höher, als wenn es keine Bad Banks gäbe. Aber noch kann man den Nutzen nicht genau abschätzen. Gerade die Privatbanken müssen das Angebot einer Bad Bank ja erst einmal annehmen. Und ich glaube nicht, dass da alle bereitwillig zugreifen.
Warum sollten sie es nicht tun?
In erster Linie fallen Dividendenzahlungen weg. Das wäre vielleicht für die Commerzbank kein Problem, da sie ohnehin schon reglementiert ist. Aber für die Deutsche Bank oder andere Institute ist das natürlich eine Abschreckung. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob alle Banken ihre Wertpapiere wie vorgesehen von Wirtschaftsprüfern bewerten lassen wollen.
Werden die Banken finanziell entlastet und führt das zu einer besseren Kreditvergabe?
Das ist zumindest kein Automatismus. Dieses Modell dürfte im Hinblick auf die Rekapitalisierung zumindest nicht so viel helfen wie ein Modell, dass die Risiken stärker auf den Staat verlegt hätte.
Erwarten Sie neue Milliardenabschreibungen bei Banken?
Ich glaube nicht, dass es zu großen Abschreibungen kommen wird.
Wie bewerten Sie die Lösungen für die Landesbanken?
Es war richtig, dass die Maßnahmen hier weitergehen als bei den Privatbanken. Hier ist die Eigentümerstruktur ja auch viel klarer geregelt. Meiner Meinung nach wird, wenn der Gesetzentwurf zur Realität wird, das die Konsolidierung unter den Landesbanken vorantreiben.