
FRANKFURT. Die drohende Insolvenz des US-Mittelstandsfinanzierers CIT weckt Erinnerungen an den Kollaps von Lehman Brothers, dürfte aber weniger dramatische Folgen haben. Die Gefahren für das Finanzssystem seien gering, heißt es in Studien von Banken wie BNP Paribas, JP Morgan und Unicredit.
Dabei wäre CIT der größte Pleitefall in der Finanzbranche seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers und der Bausparkasse Washington Mutual im Herbst. CIT ist aber zum einen mit Vermögenswerten von knapp 76 Mrd. Dollar nur ein Neuntel so groß wie Lehman Brothers. Zum anderen ist CIT an den internationalen Kapitalmärkten weniger verflochten.
„CIT ist für die Finanzmärkte vor allem deshalb weniger bedeutend, weil die Bank als Anbieter und Käufer am Kreditderivatemarkt anders als Lehman keine sonderlich große Rolle spielt“, sagt Tim Brunne, Kreditstratege bei Unicredit. Über Kreditderivate wie Credit Default Swaps (CDS) sichern sich Investoren vor einem Ausfall von Kreditrisiken ab und zahlen dafür eine Prämie an den jeweiligen Versicherer. Der Schutz ist aber nur so viel wert wie der Partner, der ihn anbietet. Wegen des Geschäftsmodells als Finanzierer sei CIT auch keine Gegenpartei am Markt für Zinsderivate oder andere außerbörsliche gehandelte Derivate, meint Brunne.
Eine mögliche CIT-Pleite dürfte auch deshalb weniger Schockwellen auslösen, weil Investoren Probleme bei CIT schon lange erwarten. Die CDS-Prämien des Instituts sind zwar vergangene Woche explodiert, lagen aber schon lange massiv über denen anderer US-Banken. Zuletzt mussten Investoren vorab 3,87 Mio. Dollar plus jährlich 500 000 Dollar zahlen, um CIT-Bonds oder Kredite im Wert von zehn Mio. Dollar fünf Jahre lang abzusichern.