
HB ZÜRICH. Bonuszahlungen sind zudem nicht mehr allein vom Kurs der Credit-Suisse-Aktie, sondern auch von der Eigenkapitalverzinsung abhängig und können im Falle eines Verlustes auch wieder reduziert werden.
Das neue System entspreche den kürzlich von den G-20-Ländern verabschiedeten Richtlinien, erklärte Credit Suisse am Dienstag. Die Regeln gelten auch für die oberste Konzernleitung um CS-Chef Brady Dougan. Für die auf der Hierarchieleiter weiter unten stehenden Mitarbeiter werden wie bisher jährliche Gehaltsanpassungen vorgenommen.
Internationale Geschäftsbanken sind in der jüngeren Vergangenheit wegen der Bonuszahlungen immer wieder unter Beschuss geraten. Kritiker warfen ihnen vor, ihre Mitarbeiter mit hohen Bonusversprechen zu riskanten Geschäften verleitet zu haben, die manche Geldhäuser an den Rand des Zusammenbruchs brachten. In der Schweiz musste UBS Staathilfe in Anspruch nehmen. Credit Suisse dagegen schrieb im vergangenen Jahr zwar einen Verlust, überstand die Krise bislang aber aus eigener Kraft und macht dieses Jahr wieder Gewinne.
Boni bis 125 000 Franken werden bei Credit Suisse weiterhin in bar ausbezahlt. Bei höheren Beträgen unterliegt ein Anteil der variablen Vergütung, der in Aktien oder in bar geleistet wird, einer Sperrfrist. Die Aktien-Boni sind von der durchschnittlichen Eigenkapitalrendite über vier Jahre und von durchschnittlichen Kurs der CS-Aktie über den gleichen Zeitraum abhängig. Übersteigt die Eigenkapitalrendite eine Zielmarke, wird der Bonus erhöht - im umgekehrten Fall wird er reduziert.
Die Bar-Boni werden über drei Jahre zu je einem Drittel erworben. Schreibt ein Unternehmensbereich jedoch Verluste, werden die Bonus-Zuteilungen entsprechend reduziert. Wie das Verhältnis von Fixlohn zu Bonus in Zukunft aussehen soll, teilte die Bank nicht mit. In einem weiteren Schritt wird Credit Suisse Regeln einführen, wonach Mitglieder der Geschäftsleitung sowie die Führungsgremien der Bereiche und der Konzernregionen eine bestimmte Anzahl Aktien halten müssen.