
GENF. Die Credit Suisse hat die Märkte mit einem guten Ergebnis für das zweite Quartal 2009 überzeugt. Das Schweizer Geldhaus verbuchte für die Monate April bis Juni einen Reingewinn von 1,6 Mrd. Schweizer Franken; großen Anteil daran hatte die Investment-Banking-Sparte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigerte die Bank ihren Gewinn um 29 Prozent.
Zuletzt hatten die großen US-Banken überwiegend positive Quartalszahlen vorgelegt. Nun nährt auch Credit Suisse die Hoffnung auf ein Ende der globalen Finanzkrise. Zudem kann sich die Bank zugute halten, ohne Hilfe der Steuerzahler die Turbulenzen an den Finanzmärkten zu meistern.
Entsprechend lobten Analysten die Leistung der helvetischen Großbank, der Kurs des Papiers zog im Verlauf des Handels an. Auch im Zweikampf mit dem Schweizer Rivalen UBS baut die Credit Suisse ihre Position weiter aus. Die UBS muss Anfang August nach eigener Einschätzung wieder einen Quartals-Verlust verkünden. Zudem schädigt ein quälender Rechtsstreit mit US-Behörden das Geschäft und das Image des früheren Vorzeigeinstituts.
Credit Suisse hingegen kann optimistisch in die Zukunft blicken. Bank-Chef Brady Dougan sagte: „Sollten sich die Marktbedingungen weiter verbessern, rechnen wir mit einer positiven Entwicklung in allen Geschäftsbereichen. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass die Credit Suisse in der Lage ist, auch dann erfolgreich zu arbeiten, wenn das Marktumfeld wieder schwieriger wird.“ Er schränkte jedoch ein: „Es ist weiterhin mit wechselhaften Bedingungen für unser Geschäft zu rechnen.“
Das Zürcher Haus betonte, dass der Gewinn für das zweite Quartal ohne „Sondereffekte“ sogar bei 2,5 Mrd. Schweizer Franken gelegen hätte. Das Ergebnis sei durch negative Marktwert-Anpassungen von 1,1 Mrd. Franken (vor Steuern) aufgrund geringerer Risikoprämien auf dem Fremdkapital der Credit Suisse belastet worden. Auch habe der Vergleich mit der US-Chemiefirma Huntsman mit Kosten von einer halben Mrd. Schweizer Franken zu Buche geschlagen. Eine Steuergutschrift bescherte den Eidgenossen jedoch eine Zusatzeinnahme von 400 Mio. Schweizer Franken.