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„Banken im Umbruch“: Ackermann will in Deutschland zukaufen

In Frankfurt sind zahlreiche Top-Banker zu einer der wichtigsten Veranstaltungen der europäischen Finanzbranche zusammengekommen: Auf der alljährlichen Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“ fand nicht zuletzt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann deutliche Worte. Er will in der Heimat weiter expandieren.

Deutsche-Bank-Chef Ackermann fordert mehr Kontrolle für Banken. Quelle: Euroforum / Constantin Meyer
Deutsche-Bank-Chef Ackermann fordert mehr Kontrolle für Banken. Quelle: Euroforum / Constantin Meyer

FRANKFURT. Die Deutsche Bank will in ihrem Heimatmarkt weiter expandieren und schließt dabei offenbar auch Zukäufe nicht aus. „Wir müssen alles tun, um Marktanteile im Heimatmarkt zu stärken“, sagte Vorstandschef Josef Ackermann gestern auf der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“ in Frankfurt. Der Top-Banker wies in dem Zusammenhang auf vollzogene oder bevorstehende Zukäufe wie im Fall der Norisbank, der Berliner Bank, der Postbank oder bei Sal. Oppenheim hin. Letztere will die Deutsche Bank Finanzkreisen zufolge auf längere Sicht mehrheitlich übernehmen.

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Ackermann betonte die Notwendigkeit einer weiteren Konsolidierung der Branche hierzulande. Die USA hätten die Krise genutzt, um größere Banken zu formen. „Wir sind hingegen eigentlich heute wieder da, wo wir vor der Krise waren“, zeigte sich Ackermann enttäuscht.

Unterstützung erhielt der Top-Banker von Andreas Treichl, dem Chef der österreichischen Institutsgruppe Erste Bank. Politiker und Bankmanager sollten darüber nachdenken, das starke Investmentbanking der Deustchen Bank mit dem dominierenden Retailgeschäft der Sparkassen zu kombinieren, sagte Treichl. „Europa leidet darunter, dass die Banken in Deutschland nicht mit der Struktur der Industrie mithalten können.“ Deutschland brauche ein Institut, das seiner weltweiten Bedeutung angemessen sei.

Der Chef der Deutschen Bank rechnet zudem mit einem Wiedererstarken der in der Finanzkrise arg gebeutelten US-Banken. Daraus ergibt sich ihm zufolge eine Gefahr für die europäischen Häuser. „Die amerikanischen Banken werden meines Erachtens gestärkt aus der Krise herausgehen“, sagte Josef Ackermann am Dienstag auf der „Handelsblatt“-Tagung „Banken im Umbruch“ in Frankfurt. Es habe große Fusionen gegeben. In Europa seien dagegen die schwachen Banken vom Staat gestützt worden: „Wir sind eigentlich heute da, wo wir vor der Krise waren.“

Zwar hatte es in den USA eine Reihe von Pleiten gegeben - die bekannteste ist die von Lehman Brothers. Gleichzeitig zwang die Krise die Institute aber auch zu Zusammenschlüssen. So hatte die Geschäftsbank Bank of America die Investmentbank Merrill Lynch übernommen, JPMorgen kaufte sowohl die Investmentbank Bear Stearns als auch die einst größte US-Sparkasse Washington Mutual, Wells Fargo schluckte die viertgößte US-Bank Wachovia. „Wir sind am Schluss mit größeren und stärkeren Banken konfrontiert“, sagte Ackermann.

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