
yo/bas/oli/hgn/pk/fmd FRANKFURT. Benachteiligt könnten vor allem kleinere Institute sowie Sparkassen und Genossenschaftsbanken sein, die keinen direkten Zugang zum Kapitalmarkt haben. Die deutschen Banken warnen vor drastischen Auswirkungen der geplanten weltweiten Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften. Benachteiligt könnten vor allem kleinere Institute sowie Sparkassen und Genossenschaftsbanken sein, die keinen direkten Zugang zum Kapitalmarkt haben. Obwohl sich alle Redner gestern auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch" grundsätzlich für stärkere Kapitalpolster in der Branche aussprachen, formt sich damit sektorübergreifend Widerstand gegen die Pläne von Regierungen und Notenbanken.
Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann forderte, vor der Festlegung neuer Standards die volkswirtschaftlichen Auswirkungen eingehend zu untersuchen. So dürften höhere Eigenkapitalanforderungen automatisch zu höheren Kreditkosten führen und die Kreditvergabe negativ beeinflussen. Die Aufsicht müsse sich deshalb fragen: "Wie machen wir das intelligent?"
Egal wie die Diskussion im Detail ausfalle, werde es zu einer Welle von Kapitalerhöhungen in der Branche kommen. "Wir werden mehr Kapital brauchen für das System", prophezeite Ackermann.
Am Wochenende hatten die führenden 20 Industrie- und Schwellenländer (G20) sowie die internationalen Aufseher vereinbart, Vorschriften für höhere Eigenkapitalanforderungen zu entwickeln. Zudem sollen nachrangige Mittel wie stille Einlagen, Genussscheine oder Hybridanleihen nur noch in geringerem Maße dem Eigenkapital zugerechnet werden.
Morgan-Stanley-Vize Walid Chammah sieht in diesem Fall die US-Banken im Vorteil. "Die Ausrichtung hin zum Kernkapital wird massive Auswirkungen für viele europäische Banken mit sich bringen", prophezeite er. Denn auf dem Kontinent sei Hybridkapital weitaus verbreiteter als in den USA. Zudem verfügten die US-Häuser über mehr "hartes" Eigenkapital im Verhältnis zu ihrer Bilanzsumme.