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"Banken im Umbruch": Goldman-Chef Blankfein atmet auf

Wenn Lloyd Blankfein, Chef der US-Bank Goldman Sachs, einer der einflussreichsten Bankmanager der Welt, etwas sagt, horcht die Finanzwelt auf. Auf der Handelsblatt-Bankentagung versprühte er am Mittwochabend Optimismus und zeigte sich zuversichtlich, dass der Höhepunkt der Finanzkrise überschritten ist.

Lloyd Blankfein atmet auf: "Das Schlimmste ist vom Tisch", sagte er auf der Handelsblatt-Bankenatgung "Banken im Umbruch". Quelle: Euroforum / Constantin Meyer
Lloyd Blankfein atmet auf: "Das Schlimmste ist vom Tisch", sagte er auf der Handelsblatt-Bankenatgung "Banken im Umbruch". Quelle: Euroforum / Constantin Meyer

FRANKFURT. "Die Finanzmärkte befinden sich in der Erholungsphase, das Schlimmste ist vom Tisch", sagte Lloyd Blankfein, Chef der US-Bank Goldman Sachs, auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch." Es gebe allen Grund, wieder optimistisch zu sein, zumal die Banken heute in der Lage seien, ihr Kapital aus eigener Kraft zu stärken.

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Am Vortag hatte bereits der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, "Licht am Ende des Tunnels" gesehen. Blankfein sagte, die Wall Street funktioniere wieder, aber die enorme Liquidität in den Märkten berge die Gefahr einer zunehmenden Inflation. "Darauf schaut die Branche gegenwärtig sehr stark", ergänzte der CEO. Die positiven Äußerungen von Blankfein sorgten dafür, dass sich die Finanzaktien in Europa nachmittags von ihren vorherigen Verlusten erholen konnten.

Blankfein ging auch auf die Konsequenzen aus der Finanzkrise ein, wobei er drei zentrale Themen ausmachte: die Gegenreaktion auf die Komplexität von Finanzprodukten und-märkten, die Notwendigkeit einer Regulierung, um mit systemischen Risiken umzugehen zu können, und die Überprüfung der Vergütungspraxis mit dem Ziel, Anreize für das Eingehen übermäßiger Risiken zu beseitigen.

Die Finanzbranche habe es zugelassen, dass das Wachstum und die Komplexität neuer Instrumente nicht nur über deren wirtschaftlichen und sozialen Nutzen, sondern auch über die operativen Kapazitäten hinausgegangen sei. Manche Banken haben die Finanzinstrumente nicht mehr managen können. Infolgedessen sei es zu einer dramatischen Zunahme der operativen Risiken gekommen, was unmittelbar die Stabilität des Finanzsystems erschüttert habe.

Deshalb unterstütze Goldman Sachs die breit angelegten Bestrebungen, zentrale Abwicklungshäuser und Börsenhandel für standardisierte Derivate einzuführen. "Es besteht offensichtlich weitgehende Übereinstimmung darin, dass ein zentrales Clearing für Derivate notwendig ist", sagte Blankfein. So würden bilaterale Kreditrisiken reduziert und die Liquidität erhöht, indem Banken gezwungen seien, Geld als Sicherheit einzuschießen. Zudem würden Handelsgeschäfte erfasst und verifiziert. Dies werde mehr zur Preisfindung und zur Reduzierung systemischer Risiken beitragen als neue Vorschriften und Regelungen, sagte Blankfein.

Commerzbank-Chef Martin Blessing machte sich für die Einführung einer zentralen Gegenpartei stark, die die Geschäfte vereinfache und für mehr Transparenz sorge. Amtskollege Theodor Weimer von der Hypo-Vereinsbank sieht bei komplexen Finanzprodukten den Bedarf, sie über eine "TÜV-Stelle" genauestens zu überwachen. Deutsche-Bank-Chef Ackermann hatte am Vortag seine Unterstützung für zentrale Gegenparteien signalisiert; sein Haus könne damit die Risikoaktiva um 20 Mrd. Euro reduzieren.

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