
FRANKFURT. Die Commerzbank gibt sich ein neues Design – und setzt dabei auf das Logo der vor gut einem Jahr übernommenen Dresdner Bank. „Wir nehmen hier Elemente von beiden Marken auf“, bestätigte Bankchef Martin Blessing gestern Berichte des Handelsblatts. Zugleich kündigte die Commerzbank an, dass sie sich für den Abschluss der IT-Integration bis Mitte 2011 und damit ein halbes Jahr länger als geplant Zeit nehmen möchte.
Neben dem schwarzen Schriftzug „Commerzbank“ prangt künftig das aus einem Band gefaltete Dreieck, das bislang das Logo der Dresdner Bank zierte. In der Branche ist es besser unter dem Namen „Ponto-Auge“ bekannt – eine Anspielung auf Jürgen Ponto, den von der Roten Armee Fraktion (RAF) ermordeten Dresdner-Chef. Er hatte das Zeichen in den 70er-Jahren eingeführt. Darüber hinaus gibt sich die Commerzbank, die mit gut 18 Mrd. Euro vom Staat gestützt werden musste, ein neues Motto: „Gemeinsam mehr erreichen.“ Bislang lautete der Spruch: „Ideen nach vorne.“ Rund 50 Mio. Euro lässt sich die Commerzbank die Umstellung kosten.
Bis Mitte 2010 werden sukzessive die über 1 200 Filialen umgerüstet; sie sollen dann über einen einheitlichen Auftritt unter dem Namen Commerzbank verfügen. Bereits jetzt will das Institut den Auftritt bei der Bandenwerbung im Fußball sowie auf Plakaten in den Filialen einsetzen. Auch das Sponsoring der Wettervorhersage im ZDF wird neu gestaltet. In dem TV-Spot kehrt der Regenschirm der Dresdner zurück – allerdings in gelb statt in grün und zu den Klängen von „Walking on Sunshine“. Die bisherige Werbung – zwei unbeholfen aufeinander zulaufende Banker – hatte auch intern wenig Anklang gefunden.
Für die Vereinheitlichung der Computersysteme (IT) beider Banken will sich die Commerzbank nun doch ein halbes Jahr mehr Zeit lassen. „Wir reduzieren damit die Umsetzungsrisiken“, sagte der für die Integration zuständige Vorstand Ulrich Sieber. Zugleich sollen die Kunden jedoch schon früher die Vorteile der Fusion erleben. Bereits Mitte und nicht erst Ende 2010 werden alle Filialen Standardleistungen wie Überweisungen oder Kontoauszüge für Commerzbank- und Dresdnerkunden einheitlich anbieten.
Beim geplanten Wegfall von mittelfristig 9 000 Stellen kommt das neue Institut gut voran. Bislang seien mehr als 2 300 Arbeitsplätze abgebaut worden, sagte Sieber. Hinzu kämen rund 1 300 Altersteilzeitverträge.
Die Marke „Dresdner-Bank“ wird übrigens nicht ganz verschwinden. Eine Handvoll Filialen in Dresden soll weiter unter dem Namen firmieren. Damit will die Commerzbank den Wurzeln ihres Fusionspartners gedenken und zum anderen die Markenrechte schützen.