
BerlinCommerzbank-Chef Martin Blessing hat einem Zeitungsbericht zufolge vom Staat klare Regeln für eine Rekapitalisierung der Finanzinstitute gefordert. Die Vorgaben müssten schnell kommen und für alle gelten, sagte der Manager in einem Interview der „Bild“-Zeitung laut Vorabmeldung.
Es gehe um gleiche Wettbewerbsbedingungen und darum, Schaden von der Wirtschaft abzuwenden. „Denn wenn man Banken 18 Monate Zeit gibt, eine bestimmte Kapitalquote zu erreichen, dann werden sie versuchen, dies durch Abbau von Geschäft zu schaffen.“ Damit würde die Kreditvergabe an Unternehmen erschwert. Zudem würden alle versuchen, ihre Staatsanleihen zu verkaufen statt Kapital aufzunehmen. „Die Krise würde also noch verschärft“, wurde Blessing zitiert.
Nach Angaben der österreichischen Finanzministerin Maria Fekter sollen die europäischen Banken vor dem Hintergrund der Schuldenkrise ihre Bilanzen mit insgesamt 100 Milliarden Euro Kapital stärken. Die deutschen Großbanken brauchen aber wohl kein neues Geld vom Staat.
Nach Berechnungen der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde reicht ihnen dazu ein mittlerer einstelliger Milliardenbetrag, wie zwei mit dem Belastungstest der Aufseher vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag sagten.
Blessing forderte indes erneut einen Schuldenschnitt für Griechenland, das nur mit internationaler Hilfe seine Rechnungen noch bezahlen kann. Auch die Auszahlung der nächsten Hilfs-Tranche für Griechenland hat Blessing in Frage gestellt.
„Ohne echte Restrukturierung der griechischen Staatsschulden und Wiederaufbau-Programm ist Griechenland nicht geholfen und wird sich der Markt nicht beruhigen.“ Die letzte Vereinbarung zwischen der Politik und privatem Sektor habe das Problem nicht gelöst, sagte Blessing der Vorabmeldung zufolge. „Das geht aus meiner Sicht nicht freiwillig, sondern nur indem Griechenland selbst seine Zahlungsunfähigkeit erklärt.“
„Der freiwillige Verzicht ohne Bankrotterklärung ist Gift für die Glaubwürdigkeit von Staatsanleihen auch anderer Länder. Es muss klar werden, dass Staaten nur zwei Möglichkeiten haben: Entweder sie bedienen ihre Schulden wie vereinbart oder sie erklären sich für insolvent mit allen harten Konsequenzen“, sagte Blessing.
@ Ben
Bin Ihrer Meinung. Die Frage ist nur, für wen es böse werden wird. Für die Hochfinanz, die alle Fäden in der Hand hält? Oder das Volk in einem neuen totalitären System?
Die Elite zieht die Schlinge zu - und das Volk, die hundert Bruchteile - sind wehrlos, weil völlig uneinig und desinformiert.
Es wird gerade ausgetestet wie weit man gehen kann. Allerorts wird die Demokratie mit Füßen getreten, die soziale Gerechtigkeit liegt längst schon im Staub. Und was tun wir alle: Nichts. Wir schauen zu wie man uns das Fell über die Ohren zieht.
Oder wie Bilderberg es ausdrücken würde würde:
"..it was agreed that a nation or world of
people who will not use their intelligence are no better than animals who do not have
intelligence. Such people are beasts of burden and steaks on the table by choice and
consent."
Es kommt so, wie es kommen soll. Die Banken haben sich längst auf eine Pleite Griechenlands eingestellt, es wäre auch fatal, wenn nicht. Geht Griechenland Pleite, dann bekommen es vornehmlich die Griechen und die europäischen Steuerzahler zu spüren. Keine Bank wird wegen der Insolvenz von ihrem Land im Stich gelassen. Schaffen es die Griechen trotzdem, dann haben alle gewonnen. Ich denke das muss man nicht der griechischen Politik kommunizieren, sondern der Bevölkerung. Die Gelegenheit dazu ist einmal verpasst worden. Das von Papandreou angestrebte Referendum. Verhindert durch Merkosy. Nicht die Insolvenz, die europäische Politik, die diversen Hilfsfonds werden Griechenland retten, sondern das Volk selber. Vor einer Pleite, während einer Pleite, nach einer Pleite. Das Ergebnis wird immer das gleiche sein: ein beschädigter Staat. Es geht nicht um Geld sondern um Mentalität. Und die muss geändert werden. Sonst hilft kein Cent.
Nicht nur dass das Einprügeln auf die Banken ein Ende hätte, viele dieser Institute hätten im Bankrottfall Griechenlands auch ein anrecht ihre CDS auf griechische Staatsanleihen geltend zu machen, was bei einem freiwilligen Verzicht eben nicht möglich ist. Das Problem was aber dann entsteht ist das die Versicherer (ähnlich dem Fall AIG) diese Forderungen, zumal es auch sehr viele ungedeckte CDS, die ein Vielfaches der realen Verschuldung sind, gibt, gar nicht erfüllen können. Ein Finanzchaos währe die Konsequenz mit, wie im Falle von AIG, der wiederholten Intervention der Staaten (wieder wird der Steuerzahler belastet) um diesen abzuwenden.
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