
WIEN. Die Bankenhilfen der Industriestaaten, die auf dem Höhepunkt der Finanzkrise vor eineinhalb Jahren ausgezahlt worden sind, entwickeln sich zu einem besseren Geschäft als gedacht. Aufgrund von Kurssteigerungen und Zinszahlungen machen etliche Staaten sogar inzwischen echte Gewinne mit ihrer Bankenhilfe. Besonders erfolgreich sind damit Frankreich und die Schweiz, auch Österreich meldet einen Überschuss. In den USA und Großbritannien entscheidet die weitere wirtschaftliche Erholung darüber, ob die Regierungen am Ende glimpflich davonkommen. Lediglich in Deutschland zeichnet sich ab, dass der Staat am Ende definitiv auf einem großen Teil der Kosten sitzenbleiben wird.
Ende 2008 drohte weltweit der Zusammenbruch des gesamten Bankensystems. Die meisten Industrieländer entschieden sich sofort, ihren angeschlagenen Kreditinstituten zu helfen. Je nach Land entwickelten die Regierungen recht unterschiedliche Modelle der Bankenhilfe. Bei ganz großen Problemfällen wie in Großbritannien und Österreich kam es zu Verstaatlichungen. Eine andere wesentliche Rolle spielten Eigenkapitalhilfen sowie die Übernahme von Bürgschaften. Als Stabilisierungsfaktor des Bankensystems entwickelte sich auch die Garantieübernahme für neu herausgegebene Bank-Anleihen.
Am Ende könnten die Steuerzahler vieler Länder bei der Bankenhilfe vergleichsweise gut davonkommen. "In den meisten Industrieländern machen die tatsächlichen Kosten für die Bankenhilfe möglicherweise weniger als ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus", glaubt Jan Schildbach von der volkswirtschaftlichen Abteilung der Deutschen Bank. Das sei deutlich weniger als die zu Krisenbeginn geleisteten Zahlungen. Vor eineinhalb Jahren hätten die Hilfen der US-Regierung beispielsweise noch etwa vier Prozent des Inlandsprodukts betragen.
Viele Regierungen profitieren davon, dass Banken die Hilfen vergleichsweise schnell zurückzahlen. Außerdem haben einige Finanzminister ihre Bankbeteiligungen nach ordentlichen Kurssteigerungen wieder verkauft. Staatliche Eigenkapitalhilfen werden zwischen acht und zwölf Prozent deutlich teurer als am Markt verzinst und sorgen so für hohe Einnahmen der Regierungen. "Je länger die Banken mit der Rückzahlung warten, desto höher wird die Zinslast", sagt Harald Waiglein vom Wiener Finanzministerium. Deshalb sei der Anreiz groß, die Hilfen früh zurückzuzahlen.
Nur in Deutschland scheint sehr sicher, dass der Staat mit der Bankenhilfe verlieren wird. "Wegen der schwachen Ertragslage des Bankensystems werden die beiden Hauptprofiteure Commerzbank und Hypo Real Estate kaum in der Lage sein, die Hilfen zurückzuzahlen", glaubt Deutsche-Bank-Experte Schildbach. HRE und Commerzbank belasten nur die Bundeskasse. Aber auch die Milliardenhilfen der Bundesländer für ihre Landesbanken dürften kaum ein einträgliches Geschäft werden.
Unklar ist die Lage in Großbritannien. Erst sah es so aus, als ob der Staat mit seinen Beteiligungen etwa an Lloyds und der Royal Bank of Scotland(RBS) Geld verdienen würde. Die Kursverluste der vergangenen Wochen haben diese Hoffnung jedoch wieder zunichtegemacht. Mittlerweile liegt die Regierung wieder mit Milliarden im Minus. Die Iren, die mehr als 15 Prozent der Wirtschaftsleistung für die Rettung der heimischen Banken ausgeben mussten, werden definitiv kein Geld damit verdienen. Die Zentralbank schätzt, dass die Steuerzahler am Ende auf einem Verlust von 25 Mrd. Euro sitzenbleiben werden.
Wer wie AM v. Wirtschaft nichts versteht, sollte sich nicht nur auf die Einflüssterungen eines Hr. Ackermann einlassen, sondern mal wieder den wirtschaftlichen Sachverstand in einer bundesregierung fördern u. fordern. Aber den Hr. Merz hat sie ja vergräzt u. ansonsten ist weit u. breit keiner mehr in Sicht. Den Hr. brüderle m. seiner weisen Entscheidung zu Opel lassen wir jetzt mal außen vor. Die DDR 2.0 ist nicht mehr so weit weg, wie manche denken. Nur, daß diesmal das "Volksvermögen" in die Welt hinausgevulvert wurde.
Könnte ich, würde ich morgen auswandern. Leider binden mich zuviele Pflichten hierzulande.
Es ist doch ganz klar das der ganze Markt von den Regierungen und den banken manipuliert wird. Erst billiges Geld vom Steuerzahler abziehen und Milliarden verdienen und dann mit manipulierten Angaben - wie toll doch die Wirtschaft und alles andere jetzt funktioniert - und dann das restliche Geld von von den Steuerzahlern und den Kleininvestoren abzocken. Der ganze Markt ist kuenstlich aufgeblaeht und ein zweiter Crash wird kommen da die banken ja auch bei fallenden Kursen verdienen.
@bruno
Keine Angst, es kommen noch mehr dran.
Demnach geht man tatsächlich nach dem Muster vor:
zuerst die Schwächsten - reicht das nicht, dann die nächste Gruppe nach oben usw. usw.
Die Ausrede das die Wirtschaft auch belastet wird
ist dabei lachhaft durchsichtig - die Stromkonzerne
hauen uns die Mehrkosten auf die Stromrechnung und fertig.
Überhaupt gut getimt das Ganze, wie üblich nach einer Wahl und vor einer Ablenkung die ganz offensichtlich bestens wirkt. ich frage mich ob
das Gros eigentlich schon realisiert hat das die Lenker des Staates der Fahne die sie geschwungen haben sie gerade als Rechnungsempfänger in Sachen Finanzkrise eingetragen haben.
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