
HB BERLIN. Beim ersten Treffen von Vertretern des Bundes mit dem HRE-Großaktionär Flowers hat es kein konkretes Ergebnis gegeben. Bei dem Gespräch seien die gegenseitigen Positionen vorgestellt und erörtert worden, hieß es in Finanzkreisen. Der Bund prüft die Übernahme der Flowers-Anteile von etwa 25 Prozent. Sollte es keine Einigung geben, wäre auch eine Enteignung der Aktionäre möglich. Der Münchner Immobilien- und Staatsfinanzierer Hypo Real Estate hat bereits 102 Mrd. Euro an Kapitalhilfen und Garantien erhalten. An dem Treffen in Berlin nahmen für den Bund Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen, Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba und Vertreter des Bankenrettungsschirms Soffin teil.
Wobei das Bundesfinanzministerium laut Medienberichten etwa der „Leipziger Volkszeitung“ eine Enteignung der Aktionäre favorisieren soll, um die Refinanzierung zu sichern. Die Enteignung per Gesetz werde in einem Papier des Ministeriums, das der "Leipziger Volkszeitung" vorliegt, eindeutig als sicherster und schnellster Weg favorisiert.
Eine Einigung mit dem amerikanischen Finanzinvestor J.C. Flowers, der 25 Prozent an der HRE hält, würde den Staatseinstieg erleichtern. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sagte dem Südwestrundfunk, von dem US-Investor dürften „keine überspannten und überzogenen Forderungen gestellt werden“.
„J.C. Flowers kann nicht erwarten, dass der Staat hier diesen Schaden ausgleicht“, sagte Bergdolt angesichts des dramatischen Kursverlustes. Lothar Gries von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) meinte, im Falle einer Enteignung könnten Aktionäre wohl nur mit einem „symbolischen Preis“ als Entschädigung rechnen. „Die Bank ist de facto pleite.“