
BERLIN. Diese Kernkapitalquote soll sich zudem nicht wie jetzt üblich auf risikogewichtete Vermögenswerte beziehen, sondern auf die gesamte Bilanzsumme. Nach Schätzungen des Beirats liegt der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme bei deutschen Banken derzeit zwischen ein und drei Prozent.
Erst mit der vorgeschlagenen Erhöhung ließen sich ausreichende Puffer gegen Risiken bilden, so die Vorsitzende, Professorin Claudia M. Buch, bei der Vorstellung der Vorschläge in Berlin. In puncto Finanzaufsicht plädiert der Beirat für eine Konzentration der Banken-, Versicherungs- und Wertpapieraufsicht in einem eigenständigen "Aufsichtsamt".
Die vorgeschlagene Erhöhung des Eigenkapitals ist "ein dramatischer Bruch" mit den bisherigen Usancen, bestätigt der Schweizer Professor Hans Gersbach, ebenfalls Mitglied des Beirats. Aber mit dieser massiven Erhöhung des Eigenkapitals können verhindert werden, dass in Teilbereichen der Banken "wieder das große Rad" gedreht werde.
Mit den Vorschlägen setzt der Beirat die Mechanismen der Eigenkapitalvorschriften nach Basel II außer Kraft. Basel II sieht unter anderem vor, die Kapitalunterlegung von der Höhe des Risikos abhängig zu machen. Banken haben es durch eigene Risikomesssysteme teilweise selbst in der Hand, die Höhe des Kapitals für bestimmte Geschäfte zu bestimmen. Dieses System funktioniert nach Ansicht des Beirats nicht mehr. "Die Bank hat doch immer ein Interesse, die Eigenkapitalunterlegung gering zu halten", bemerkt Professor Martin Hellwig, ebenfalls Beiratsmitglied. Nur auf diese Weise ließen sich auch Renditen von 25 Prozent erzielen.
Das eine tun und das Andere nicht vergessen.
@René Schullenberg
Wenn der Anteil des Eigenkapitals an der bilanz der deutschen banken 1-3% ausmacht, dann sind die banken nach deren eigenen Sprüchen bei Kreditverhandlungen schlichtweg unterkapitalisiert. Die Kernkapitalquote auf mindestens 15% zu erhöhen, ist nur eine vernünftige Reaktion auf die Unterkapitalisierung. Einige weiteren Maßnahmen hat die bundesregierung zur Dikussion auf dem Tisch: Verbot aller Transaktionen, die Geschäfte mit leeren inhalt machen. bei jedem Geschäft müssen reale Werte den besitzer wechseln, nicht spekulative ideen. Die Absicherungen der Geschäfte müssen ebenfalls Reales absichern, sonst sind sie keine Versicherungen sondern eine erneute Spekulation auf "leer", damit vergrößert sich das Risiko für den Wert des Geldes um ein mehrfaches. Und dann müssen die instrumente des Risikomanagements eingeführt, verbessert und vor allem überwacht werden. Entscheidend ist, das keine Einlagen der bürger bei der bank von der bank für Risikogeschäfte verwendet werden. bei jeder vernünftigen gesunden Finanzierung verlangt man, dass der Kreditnehmer 30% Eigenkapital zur Verfügung hat. Genau das Gleiche muss für die banken auch gelten, sonst handeln wir immer in einer Schieflage des Ungleichgewichtes zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber. Zum Schluss: wichtig ist, die banken aufzutrennen. in banken für die Versorgung der bevölkerung und der Wirtschaft und in investment-banken, die Geldhandel betreiben. Die Haftung muss immer bei der bank liegen und nicht bei dem Steuerzahler.
Der beste Weg wäre, man würde die Geschäftsbanken strikt von den Zockerbanken trennen und den Geschäftsbanken das Spekulieren mit riskanten Papieren verbieten. Wenn eine Zockerbank sich verspielt hat, trägt sie die Konsequenzen und geht in die insolvenz.
"...gleichzeitig ist die viel zu hohe Kreditvergabe insgesamt ein Problem, das gelöst werden muss." Hier stimme ich ihnen vollständig zu.
"Wenn die Kosten für zwei Geschäfte gleich sind, dürfte eine bank das mit dem geringeren Risiko bevorzugen." Da bin ich anderer Meinung. ich gehe davon aus, dass die bank jenes Geschäft wählt, bei dem die Gewinnaussichten am höchsten sind, also jene mit einem höheren Risiko. Dies ist ja auch ein Teil der aktuellen Diskussion, welche den banken vorwirft (zu) hohe Risiken für ein (wenig) mehr an Rendite einzugehen.
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