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Bankenregulierung: Finanzbranche droht ein massiver Stellenabbau

Die Finanzkrise hinterlässt ihre Spuren: Wegen struktureller Veränderungen sowie härterer gesetzlicher Auflagen werden Schätzungen zufolge 80 000 Jobs weltweit in der Finanzbranche überflüssig. Dauerhaft werden die Banken weniger Geschäfte machen.

Dunkle Wolken über der Finanzbranche: Bis zu zehn Prozent der Jobs sind weltweit in Gefahr. Quelle: dpa
Dunkle Wolken über der Finanzbranche: Bis zu zehn Prozent der Jobs sind weltweit in Gefahr. Quelle: dpa

NEW YORK. Die großen Finanzzentren weltweit müssen sich offensichtlich auf eine deutliche Schrumpfung des Bankensektors einstellen. Bis zu zehn Prozent der aktuellen Stellen, also rund 80.000 Jobs, seien in den nächsten 18 Monaten in Gefahr, schrieb die unabhängige Finanzanalystin Meredith Whitney in einer gestern öffentlich gewordenen Studie. Grund seien die strukturellen Veränderungen der Branche durch die Finanzkrise sowie härtere gesetzliche Auflagen, so die Expertin, die die Finanzkrise 2008 als eine der wenigen Analysten frühzeitig vorhergesagt hatte.

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Banker weltweit haben in den vergangenen gut zwei Jahren ein Wechselbad der Gefühle erlebt. In der Finanzkrise wurden nach Bloomberg-Daten 330.000 Stellen gestrichen. Als sich die Lage wieder besserte und im ersten Quartal 2010 bei einigen Banken plötzlich wieder Rekordgewinne eingefahren wurden, stellten Institute in New York, London und Frankfurt wieder reihenweise Banker ein und versprachen dabei hohe Boni. Seit der Griechenland-Krise im Frühsommer und dem Blitzcrash an den US-Börsen im Mai hat sich das Bild aber wieder drastisch gewandelt. Weil sich Kunden weltweit zurückhalten, machten Banken Schätzungen zufolge zuletzt 15 Prozent weniger Umsatz als im Schnitt der vergangenen fünf Quartale. "Es ist unvermeidbar, dass wir gegen Ende des Jahres Entlassungen in größerem Umfang sehen werden", sagte Jonathan Evans von der Personalberatung Sammons Associates kürzlich zu Reuters.

Private-Equity-Firmen schließen Marktlücken

Whitney ist der Ansicht, dass die Banken dauerhaft weniger Geschäft machen werden. "2010 wird das erste Jahr sein, in dem viele auf die Wall Street konzentrierte Firmen einen strukturellen Wandel erleben", schrieb sie. Einnahmen etwa bei Verbriefungen, also der Verpackung von Krediten in Anleihen, würden zurückgehen. Eine Rolle spielten aber auch höhere regulatorische Anforderungen oder das Verbot ganzer Geschäftsbereiche durch den Gesetzgeber, so Whitney. Den Banken in den USA ist es etwa seit dem Sommer grundsätzlich untersagt, auf eigene Rechnung zu spekulieren.

Die Folge ist die Schließung ganzer Eigenhandelsabteilungen. So will etwa JP Morgan Berichten zufolge das Geschäft mit Rohstoffen auf eigene Rechnung in London aufgeben. Allerdings werden viele betroffene Banker nicht lange auf der Straße stehen. KKR und andere Private-Equity-Firmen werben derzeit Berichten zufolge bereits Eigenhändler bei Goldman Sachs. KKR wollte die Berichte gestern nicht kommentieren.

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