Banken

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Bankgeheimnis: „Österreich ist keine Schwarzgeld-Oase“

Österreichs Raiffeisen-Chef Walter Rothensteiner verteidigt im Gespräch mit Handelsblatt Online das Bankgeheimnis. Deutsche Kunden sind unverändert gern gesehen in den Geldhäusern der Alpenrepublik.

Walter Rothensteiner, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Zentralbank in Österreich AG. Quelle: dapd
Walter Rothensteiner, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Zentralbank in Österreich AG. Quelle: dapd

DüsseldorfHerr Rothensteiner, schlafen Sie unruhig, weil jetzt so intensiv über das Ende des österreichischen Bankgeheimnisses diskutiert wird?
Warum sollte ich? Ich finde eher, dass die gesamte Diskussion ziemlich kurios geworden ist. Die Debatte über das Bankgeheimnis ist jedenfalls aufgeblasen und aufgebauscht.

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Warum?

Vieles wird einfach übertrieben dargestellt. Wer nichts zu verbergen hat, der muss doch nicht gleich seine gesamten Kontendaten preisgeben. Wir kennen das aus Deutschland: Bei Ihnen gibt es jährlich ungefähr 115.000 Kontenabfragen - das können doch nicht alles Verdächtige sein.

Was ärgert Sie besonders, wenn das Bankgeheimnis in Österreich tatsächlich fallen sollte?

Für die Banken bedeutet das auf jeden Fall ein Mehr an Verwaltungsaufwand: Täglich müssen die Daten aktualisiert und weitergereicht werden. Und dann stellt sich die Frage, wer in die Daten und aus welchem Grund hineinsehen darf.

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Was genau kennzeichnet denn nun das Bankgeheimnis in Österreich?

Das ist es sicherlich nicht: Dunkle Gestalten kommen nach Österreich und machen hier ihre Geschäfte. Es stimmt auch nicht, dass Geldwäsche in Österreich geschützt wäre. Wenn es ein Problem gibt, ruft eine betroffene Bank sofort unser Bundeskriminalamt an. Die Chancen auf Gesetzesverstöße gehen damit gegen Null.

Warum hat Österreich so große Probleme mit dem direkten Datenabgleich mit Behörden im Ausland?

Warum sollten wir die Diskretion nicht aufrechterhalten? Unsere Kunden schätzen das. Es geht um die Wahrung der Privatsphäre auch in der Bankverbindung und gehört zu den elementaren Wünschen der Menschen, vor behördlichen Willkürakten geschützt zu sein.

Fürchten Sie nicht viel eher, dass Sie bei einem Ende des Bankgeheimnisses massiv Einlagen verlieren werden?

Die Banken brauchen sicherlich Einlagen, um ihre Kredite zu vergeben. Es geht ja auch darum, einer Kreditklemme vorzubeugen. Wir kämpfen um jede einzelne Einlage - aber alles muss legal sein.

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