_

BayernLB und HGAA: Grünes Licht beim Sektempfang

Schlammschlacht bei der BayernLB: Ex-Chef Schmidt belastet den Verwaltungsrat - und zielt damit tief ins Herz der bayerischen Landespolitik. In Österreich beschäftigt sich die Justiz inzwischen mit der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) - allerdings erst nach der Verstaatlichung der Bank.

Durch die BayernLB-Übernahme der österreichischen HGAA unter Druck: Bayerns Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU). Quelle: Pressebild
Durch die BayernLB-Übernahme der österreichischen HGAA unter Druck: Bayerns Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU). Quelle: Pressebild

Frankfurt/Wien. Im Skandal um den Kauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) gerät die bayerische Politik immer stärker unter Druck. Ex-Bayern-LB-Chef Werner Schmidt hat jetzt gegenüber der Staatsanwaltschaft unter anderem den ehemaligen bayerischen Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) stark belastet. Die Frage ist, ob er damit nur von sich selbst ablenken will, oder ob die Ursachen für das teure Österreich-Abenteuer der Bayern tatsächlich in der Landespolitik und womöglich in der Staatskanzlei zu suchen sind.

Anzeige

Schmidt gab in Vernehmungen zu Protokoll, dass er Faltlhauser und dem ehemaligen bayerischen Sparkassenpräsidenten Siegfried Naser bereits am 17. Dezember 2006 erzählt habe, dass es möglich wäre, die Mehrheit an der HGAA zu erwerben. Drei Tage zuvor war der geplante Einstieg bei der strauchelnden österreichischen Gewerkschaftsbank Bawag geplatzt, und Faltlhauser "ziemlich sauer über den geplatzten Bawag-Deal". Schmidt dürfte deshalb erleichtert gewesen sein, als ihm der damalige HGAA-Verwaltungsratsratschef Wolfgang Kulterer und HGAA-Finanzinvestor Tilo Berlin die Bank zehn Tage vor Weihnachten zum Kauf anboten. Einen Tag später am 15. Dezember beschloss der BayernLB-Vorstand in einer Sondersitzung, den Kauf auszuloten. Zwei Tage später, am 17. Dezember habe Schmidt dann Naser und Faltlhauser informiert - beim Geburtstagsempfang für einen Vorstandskollegen. Beide hätten ihm "grünes Licht" gegeben, für eine weitere Prüfung, sagte Schmidt den Strafverfolgern. Die Verwaltungsräte hatten bisher erklärt, der Deal sei erst im Februar eingefädelt worden. Ex-Sparkassenpräsident Naser hatte zudem gesagt, "Hunderte Experten hätten den Vorschlag monatelang ausgearbeitet". Naser war vor wenigen Wochen wegen des HGAA-Debakels als bayerischer Sparkassenpräsident zurückgetreten. Für eine Stellungnahme war er genauso wenig wie Faltlhauser zu erreichen.

Aus Kreisen des CSU-Politikers verlautete aber, er könne sich an Gespräche über einen Erwerb der HGAA mit einem Sektglas in der Hand bei einem 60. Geburtstag und ohne Unterlagen nicht erinnern. Die Vorwürfe Schmidts so heißt es in der bayerischen CSU seien "das Windigste", das Faltlhauser je mitgekriegt habe.

Also ein Entlastungsangriff? Tatsächlich steht Ex-Bayern-LB-Chef Schmidt unter starkem Beschuss, weil er interne Warnungen vor massiven Risiken bei der HGAA, nicht beachtet haben soll. Aus Kreisen des ehemaligen Vorstandschefs verlautete allerdings, es habe nie interne Warnungen gegeben. "Wenn die Vorwürfe von Schmidt stimmen, dann haben Naser und Faltlhauser Beihilfe zur Untreue geleistet", sagt Sepp Dürr (Grüne), Mitglied des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses, der die Umstände um den Kauf der HGAA erhellen soll.

  • 05.05.2010, 10:43 UhrAnonymer Benutzer: gSockshunter

    Kurt Faltlhauser und sein Assistent Naser
    bestehen doch mit ihrer Aussage nur jetzt schon darauf, für den Fall, dass sie des frühzeitigen Gebens von grünem Licht zur Prüfung des HGAA-Kaufs überführt werden, dabei ein Sektglas in der Hand gehabt zu haben.

    Die beiden haben das Geben von grünem Licht nicht verneint, sondern wollen sich nur nicht mehr daran erinnern können - das ist schon einmal verdächtig. Dazu noch sollen sie vorgetragen haben, sei es absurd zu glauben, dass sie "bei einer Geburtstagsfeier, stehend, mit dem Sektglas in der Hand" Schmidts Pläne abgesegnet hätten. bei dieser Aussage handelt es sich meiner Meinung nach ganz klar um eine typisch dummdreiste Täuschung, mit der CSUler bürger über die Wahrheit hinwegtäuschen und sich Glaubwürdigkeit ertäuschen wollen. Faltlhauser und Naser glauben doch tatsächlich, sie könnten auch Staatsanwälten vortäuschen, kein grünes Licht gegeben zu haben, weil sie ein Sektglas in der Hand gehabt hätten. Warum nicht gleich die Aussage "Wir waren in Sektlaune und da fiel uns in unserer Ruhm- und Grossmannsucht das Geben von grünem Licht, an das wir uns nun nicht mehr erinnern wollen, gleich noch viel leichter".

    http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/bayern/Artikel,-Ex-Landesbankchef-belastet-CSU-Politiker-_arid,2132599_regid,2_puid,2_pageid,4289.html

    Aus meiner Sicht sind Faltlhauser, Naser und auch der Vertuscher Georg Fahrenschon derart von Heuchelei, Lüge und Täuschung geprägt, dass sie längst automatisiert zu dummdreisten Ausreden neigen, bei denen man locker bis in ihre letzten Gehirnwindung schauen kann.

    Fahrenschons "dumme Ausreden":

    http://www.abendzeitung.de/politik/meinung/151695

    Und hier, wie der ehemalige bayerische Justizminister Manfred Weiss/CSU überführt wurde - er wollte ein Versprechen nicht gegeben haben, mit der begründung, zu so einem Versprechen nicht berechtigt gewesen zu sein. Durch das Ausblenden der Wahrheit wollte er einen bürger der Existenz berauben, was aufgrund des CSU-Filzes fast passiert wäre:

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/409/499683/text/

  • Die aktuellen Top-Themen
Aufstieg und Fall der PKV: „Die Kosten für Gesundheit werden weiter steigen“

„Die Kosten für Gesundheit werden weiter steigen“

Sinkende Erträge und politischer Druck: Die Zeiten für private Krankenversicherer werden härter. Reinhold Schulte, Chef des PKV-Verbandes, spricht über die Finanzierung von Gesundheit und falsche Anreize der Politik.

Bahn-Chef Grube: Börsengang der Bahn derzeit kein Thema

Börsengang der Bahn derzeit kein Thema

Ein Börsengang der Deutschen Bahn ist nach den Worten von Bahn-Chef Rüdiger Grube derzeit kein Thema. "Die Bahn braucht den Börsengang zurzeit nicht", sagte Grube in einem Interview.

Transport-Firmen: Logistiker haben Angst vor dem Euro-Kollaps

Logistiker haben Angst vor dem Euro-Kollaps

Bei den Auftraggebern sinken die Wirtschaftserwartungen und die Preise für Transportleistungen gehen bereits zurück. Trotzdem bauen Logistikanbieter weiter Kapazitäten aus. Das aber könnte sich bald ändern.

  • Video

Global 3000 Die Fischer von Limbé

Für die Fischer an Kameruns Küsten werden die Aussichten immer schlechter. Es gibt immer weniger Fische, ausländische Trawler haben die Gewässer fast leer gefischt. Auch die kleine Stadt Limbé leidet unter der Krise.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.