Banken

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Bestes Ergebnis seit 2006: Bei US-Banken sprudeln die Gewinne

Im vergangenen Jahr verdiente die US-Bankenbranche unterm Strich zusammen fast ein Fünftel mehr als noch 2011. Es ist das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten – und beinahe soviel wie im Rekordjahr 2006.

Das New Yorker Finanzviertel mit der Nyse im Hintergrund. Quelle: dpa
Das New Yorker Finanzviertel mit der Nyse im Hintergrund. Quelle: dpa

Ein verbessertes Kreditgeschäft und höhere Einnahmen haben der US-Bankenbranche 2012 das beste Ergebnis seit sechs Jahren beschert. Im Vergleich zu 2011 wuchs der Gewinn um mehr als 19 Prozent auf 141,3 Milliarden Dollar, wie der Einlagensicherungsfonds FDIC am Dienstag mitteilte. Dies sei so viel wie seit 2006 und damit vor Ausbruch der Finanzkrise nicht mehr, als der Sektor mit 145,2 Milliarden Dollar sein bisher bestes Ergebnis überhaupt verzeichnet habe.

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Im vergangenen Jahr profitierten die Geldinstitute laut Federal Deposit Insurance Corp (FDIC) vor allem davon, dass sie nicht mehr so viele Rückstellungen für faule Kredite bilden mussten. Zudem legten Kreditgeschäft und Gebühreneinnahmen zu. Platzende Hypotheken hatten in der Finanz- und Wirtschaftskrise reihenweise Banken in den Abgrund gerissen. Doch seitdem wieder mehr US-Amerikaner Arbeit haben, hat sich auch die Zahlungsmoral gebessert.

Stellenabbau im Investment-Banking

  • Royal Bank of Canada

    Die Royal Bank of Canada ist eines der wenigen Geldhäuser, welches das Investment-Banking ausbaut. Die Zahl der Mitarbeiter steigt von Ende 2011 bis Jahresende 2012 um 0,7 Prozent.

  • Goldman Sachs

    Die US-Großbank Goldman Sachs reduzierte 2012 die Zahl der Mitarbeiter im Investment-Banking um 2,7 Prozent.

  • JP Morgan

    Die Wall-Street-Bank reduziert ihr Investment-Banking um 3,1 Prozent.

  • Credit Suisse

    Die Schweizer Credit Suisse kappt die Zahl der Mitarbeiter im Investment-Banking um 4,3 Prozent.

  • Morgan Stanley

    Die US-Bank Morgan Stanley streicht die Mitarbeiterzahl um 8,5 Prozent zusammen.

  • Deutsche Bank

    Der deutsche Primus streicht das Investment-Banking radikal zusammen: Die Deutsche Bank kappt die Zahl der Mitarbeiter in diesem Bereich um 13,3 Prozent.

    Quelle: Bloomberg, Ende 2012 im Vergleich zu Ende 2011

FDIC-Chef Martin Gruenberg äußerte jedoch Zweifel, dass die Branche ihr rasantes Wachstum beibehalten könne. Die Gewinne der Finanzhäuser könnten zudem schnell wieder zusammenschmelzen, wenn die Politik in Washington nicht mit einem Haushaltskompromiss automatische Kürzungen großen Umfangs verhindern könne.

Gehälter der Wall-Street-Größen

  • John Stumpf

    Streng genommen ist John Stumpf kein Wall-Street-Banker. Doch mit einer Jahresvergütung von 19,3 Millionen Dollar hat Wells Fargo mit Hauptsitz an der Westküste der USA ihren Chef an die Spitze der Finanzindustrie katapultiert. Während Branchengrößen wie JP-Morgan-Chef Jamie Dimon Einbußen hinnehmen mussten, stieg das Einkommen von Stumpf 2012 um acht Prozent. Nach Rekordgewinnen im vergangenen Jahr stockte Wells Fargo Stumpfs Grundgehalt von 2,8 Millionen Dollar mit einem Bonus von vier Millionen Dollar und Aktien im Wert von 12,5 Millionen Dollar auf.

  • Brian Moynihan

    Der Chef der Bank of America hat im Jahr 2012 stolze 12,1 Millionen Dollar verdient. Damit rückt er in die Liga der bestbezahlten Manager der US-Bankenwelt ein. Die Vergütung von Brian Moynihan stieg gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent. Doch die Spitzenverdiener, Loyd Blankfein von Goldman Sachs und John Stumpf von Wells Fargo, überholt er nicht überholen.

  • James Gorman

    Morgan-Stanley-Chef James Gorman verdiente 2012 mit 9,75 Millionen Dollar sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

  • Jamie Dimon

    Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, nimmt eine Halbierung seines Bonus für 2012 hin. Er kassiert 11,5 Millionen Dollar. Das Institut wurde von einem Händlerskandal erschüttert. Ein Mitarbeiter mit dem Spitznamen „Londoner Wal“ hatte mehr als sechs Milliarden Dollar verzockt.

  • Michael Corbat

    Der neue Citigroup-Vorstandschef Michael Corbat streicht für 2012 ein sattes Gehalt von 11,5 Millionen US-Dollar ein. Corbat übernahm den Spitzenposten erst im Oktober vergangenen Jahres und stellte die Weichen für den Abbau von 11.000 Stellen.

Die Erholung der Branche spiegelt sich auch an anderer Stelle wider: Im vergangenen Jahr gingen 51 Banken pleite, nur etwa halb soviel wie 2011 und ein Drittel soviel wie 2010. Die FDIC führt aktuell noch 651 Häuser auf ihrer Liste der Problemfälle. Zuvor waren es 694. Die Behörde sichert die Kundeneinlagen in 7083 US-Banken ab. Dabei handelt es sich zumeist um kleinere regionale Institute, aber auch um Finanzkolosse wie die Bank of America.

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