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Beteiligungsfinanzierungen: Nord-Ostsee-Sparkasse gerät in Not

Die größte Sparkasse Schleswig-Holsteins muss aufgefangen werden. Abschreibungen in Höhe von 120 Mio. Euro auf Unternehmenskredite machen der Nord-Ostsee-Sparkasse schwer zu schaffen. Die Hamburger Sparkasse bietet ihre Hilfe an.

Vor allem eher untypische Beteiligungsfinanzierungen sollen die Ursache für die Probleme der Sparkasse Nord-Ostsee sein. Quelle: dpa
Vor allem eher untypische Beteiligungsfinanzierungen sollen die Ursache für die Probleme der Sparkasse Nord-Ostsee sein. Quelle: dpa

BERLIN. Auf die Sparkassen-Finanzgruppe kommt ein neuer Stützungsfall zu. Die mit einer Bilanzsumme von 6,4 Mrd. Euro größte Sparkasse in Schleswig-Holstein, die Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa), ächzt unter absehbaren Abschreibungen in Höhe von 120 Mio. Euro auf Unternehmenskredite. Diese sollen im Wesentlichen auf für Sparkassen eher untypische Beteiligungsfinanzierungen zurückzuführen sein, hieß es in Finanzkreisen.

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„Wir können diese Altlasten nicht allein schultern“, erklärte Nospa-Vorstandschef Reinhard Henseler. Doch Hilfe ist garantiert. „Das Sicherungssystem der Sparkassenorganisation ist in der Lage, diese Risiken aufzufangen“, sagte ein Sprecher des Sparkassen- und Giroverbandes Schleswig-Holstein auf Anfrage. Auch die Hamburger Sparkasse (Haspa) steht erneut bereit. „Wir stehen unverändert für Gespräche zur Verfügung, wenn man es will“, erklärte Haspa-Vorstandssprecher Harald Vorgelsang gegenüber dem Handelsblatt.

Nach der Schieflage der zweitgrößten Sparkasse des Landes, der Sparkasse Südholstein, im vergangenen Jahr müssen die Schleswig-Holsteiner nun erneut ein Institut auffangen. Im Fall der Sparkasse Südholstein engagierte sich der Stützungsfonds der Sparkassen mit 50 Mio. Euro, wobei 30 Mio. Euro auf eine Bürgschaft und 20 Mio. Euro auf eine stille Einlage entfielen. Mit einem Nachrangdarlehen in Höhe von 50 Mio. Euro half zudem die Haspa aus.

Anders als bei privaten Banken sind in der Finanzkrise kaum Sparkassen in Schieflage geraten. Neben den beiden Instituten aus Schleswig-Holstein war nur noch die Großsparkasse Köln-Bonn auf externe Hilfe angewiesen. Insgesamt gibt es 430 Sparkassen in Deutschland, die Nospa ist nach Bilanzsumme die Nummer 28.

Einiges spricht jedoch dafür, dass der regionale Sparkassenstützungsfonds im Fall der Nospa an seine Grenze stoßen wird. Für diesen Fall hat der Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe allerdings Vorsorge getroffen. Dann würden die anderen zehn regionalen Fonds aushelfen. Die Institutssicherung der Sparkassen sieht vor, dass keine Sparkasse pleitegeht und die Einlagen der Kunden damit stets in voller Höhe abgesichert sind.

Für die schwarz-gelbe Regierung in Schleswig-Holstein dürfte die erneute Schieflage eines Instituts Anlass sein, die geplante Reform des Sparkassengesetzes voranzutreiben.



Die Nord-Ostsee-Sparkasse ist 2003 aus der Fusion der Sparkassen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland entstanden. Als fatal erwies sich der Zusammenschluss mit der angeschlagenen Flensburger Sparkasse Mitte 2008. Zwar unterstützte der Sparkassenverband Schleswig-Holsteins die Übernahme durch eine Risikoabschirmung in Höhe von 37 Mio. Euro, doch diese reichte nicht aus.



„Für verschiedene Alt-Engagements der ehemaligen Flensburger Sparkasse sind erhebliche Risikovorsorgen erforderlich“, heißt es bei der Nord-Ostsee-Sparkasse. Die Nord-Ostsee-Sparkasse hat nicht nur mit Altlasten zu kämpfen. Sie musste auch Abschreibungen auf ihre indirekte Beteiligung an der HSH Nordbank vornehmen. Die Untersuchungen über die Höhe der Belastungen der Sparkasse sollen bis Ende März feststehen.

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