STICHWORT-Der US-Finanzinvestor Lone Star in Deutschland=
HB DÜSSELDORF. In Deutschland erregte die im US-Bundesstaat Texas ansässige Beteiligungsgesellschaft erstmals 2002 Aufmerksamkeit, als sie sich für die damalige Bankgesellschaft Berlin interessierte. Der Berliner Senat blies den Prozess damals jedoch wegen zu niedriger Gebote ab und verkaufte das Institut erst fünf Jahre später.
Kritik handelte sich Lone Star hierzulande nach der Übernahme großer Portfolien mit notleidenden Krediten ein. Verbraucherschützer und Politiker warfen US-Investoren vor, bei der Eintreibung der Gelder aggressiv vorzugehen und Kreditverträge schon bei geringfügigem Ratenverzug zu kündigen.
2005 erwarb Lone Star von der NordLB die Mitteleuropäische Handelsbank und verschaffte sich damit als erster US-Finanzinvestor eine Banklizenz in Deutschland. Noch im selben Jahr schlug Lone Star bei der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden(AHBR) zu, die sich mit spekulativen Zinsgeschäften verhoben hatte und vor der Pleite stand. Die 1995 gegründete Gruppe krempelte die AHBR komplett um und richtete sie neu aus. Fast 200 Mitarbeiter mussten gehen. Heute schreibt die Bank, die nun Corealcredit heißt, wieder Gewinne.
Die Geschicke Lone Stars in Deutschland bestimmt seit 2004 der frühere Eurohypo-Chef Karsten von Köller. Der 68-Jährige blickt auf eine lange Karriere bei Hypothekenfinanzierern zurück. Mit seiner ruhigen und ausgeglichenen Art ist er hoch angesehen in der Frankfurter Finanzwelt, dennoch gilt er als harter Sanierer und Verhandler.