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Beteiligungsmarkt: Private Equity wittert in Deutschland Morgenluft

Der deutsche Beteiligungsmarkt hat an Stabilität gewonnen. Die Investitionen von Finanzinvestoren stiegen im letzten Jahr um beinahe 60 Prozent. Auch für die nächsten Monate sind Experten zuversichtlich.

Finanzviertel in Frankfurt: Experten rechnen mit mehr Börsengängen. Quelle: AP
Finanzviertel in Frankfurt: Experten rechnen mit mehr Börsengängen. Quelle: AP

Frankfurt„Das Umfeld hat sich aufgehellt“, sagte die Geschäftsführerin des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), Dörte Höppner. Nach einem Einbruch in 2009 seien die Investitionen der Finanzinvestoren in Deutschland im vergangenen Jahr um 59 Prozent auf 4,44 Mrd. Euro angestiegen.

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 Mit dem Geld werden rund 1.300 meist kleine und mittelgroße Unternehmen mit Beteiligungskapital finanziert. Der Großteil der von den Private-Equity-Häusern investierten Gelder entfiel auf Mehrheitsbeteiligungen (Buy-Outs). Das hier angelegte Kapital summierte sich auf 2,52 Milliarden. Euro und lag damit um mehr als die Hälfte höher als im vergangenen Jahr. „Private Equity war smarter als die Unternehmen im Aufschwung nach der Krise“, urteilt Alexander Gehrt, Deutschlandchef Fusionen und Übernahmen bei der Schweizer UBS. Die Finanzinvestoren hätten schneller Mut gefasst und den Vorteil, nicht von vorsichtigen Aktionären und Börsenstimmungen abhängig gewesen zu sein.

Für die nächsten Monate ist der Verband zuversichtlich. „Wachstumspläne und Investitionsvorhaben der Unternehmen werden die Nachfrage nach Beteiligungskapital hochhalten“, sagte BVK-Präsident Hans Ostmeier. Er erwartet ein vergleichbares Investitionsniveau wie im vergangenen Jahr. Aber auch der Verkauf von Beteiligungen soll anspringen, wie eine Umfrage unter den knapp 220 Mitgliedern des Verbandes, die ein Kapital über rund 39 Milliarden Euro verwalten. Besonders positiv sind die Gesellschafen hinsichtlich der Verkäufe von Portfoliounternehmen an strategische Investoren gestimmt, die auch Trade Sales genannt werden.

 Ekkehard Franzke, Partner beim Berater AT Kearney, rechnet angesichts der fehlenden Verkaufsmöglichkeiten in den vergangenen zwei Jahren auch einer erhöhten Anzahl von Börsengängen und Verkäufen an andere Private-Equity-Häuser. Zu den Börsenkandidaten werden unter anderem Kabel Baden-Württemberg von EQT und der Druckfarbenhersteller Flint genannt, der sich im Besitz des Finanzinvestors CVC befindet. Die Private-Equity-Häuser müssen beweisen, dass sie ihre Beteiligungen erfolgreich verkaufen können, um neue Gelder bei Großinvestoren wie Versicherungen und Pensionsfonds einzuwerben. Nach den Worten Ostmeiers wird das sogenannte Fundraising ein „bestimmendes Thema im Jahr 2011 sein“. Der Kapitalbedarf für neue Fonds sei hoch. 39 Gesellschaften in Deutschland hätten bereits mit dem Einwerben der Gelder begonnen. Insgesamt planten sie, 4,21 Milliarden Euro einzusammeln.

Eigenkapital spielt eine wichtige Rolle, da die Banken bei den Investments in neue Unternehmen in Deutschland noch ein starkes Engagement verlangen. „Ab einem Verschuldungsgrad von 50 Prozent wird die Luft bei den Banken dünn“, sagt M&A-Banker Gehrt. Die Institute zeigten sich angesichts der Krise vorsichtig. In den USA müssen die Banken jedoch bereits wieder weniger Eigenkapital in neue Firmen investieren, hieß es auf dem Branchentreff „Superreturn“ in Berlin. In Nordamerika investierten sie inzwischen nur noch 30 bis 35 Prozent an eigenem Geld.

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