
FRANKFURT. Die auf sogenannte Secondary-Deals spezialisierte Gesellschaft zahlt rund 500 Mio. Dollar - was einem kleinen Aufschlag auf den Wert des Portfolios in den Büchern von Lloyds entsprechen soll. Allerdings hatten die Briten die Investments 2009 auch kräftig abschreiben müssen, so dass nun Spielraum für weitere Wertaufholungen besteht. Lloyds bleibt mit einem Minderheitsanteil an Bord.
Unter Secondaries versteht man den Weiterverkauf von Private-Equity-Investments oder Anteilen an Private-Equity-Fonds. Hintergrund für die Abgabe sind oft Liquiditätsprobleme der Besitzer oder auch regulatorischer Druck - etwa auf Banken, die sich aus dem Geschäft komplett zurückziehen müssen. Das trifft auch bei Lloyds zu: Im Gegenzug für die staatliche Milliardenhilfe muss die Großbank auf Druck der Europäischen Union (EU) Randaktivitäten verkaufen.
Eigentlich wurde schon kurz nach Ausbruch der Finanzkrise eine Welle von Secondary-Deals vorhergesagt. Doch weil sich Käufer und Verkäufer nicht auf Bewertungen einigen konnten, wurden die Erwartungen enttäuscht. Das ändert sich nun. So ist mittlerweile auch die bereits vor Monaten angekündigte Übernahme eines 670 Mio. Dollar schweren Private-Equity-Portfolios der französischen Bank Natixis an Axa Private Equity unter Dach und Fach.
Die Franzosen gaben gestern das sogenannte Closing bekannt. Axa hatte erst kürzlich Aufsehen erregt, weil es Engagements der Bank of America Merrill Lynch im Nominalwert von 1,9 Mrd. Dollar gekauft hatte. Nach Zahlen des Datenanbieters Preqin wurden 2009 insgesamt 22,9 Mrd. Dollar für neue Secondary-Fonds eingesammelt - ein Rekord in der Krise.