
Frankfurt/DüsseldorfCommerzbank-Chef Martin Blessing wird mit den Geschäftszahlen für das vierte Quartal nicht glänzen können. Noch Mitte Januar hatte Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro für das 4. Quartal und 1,6 Milliarden Euro für das Gesamtjahr in Aussicht gestellt. Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen waren dabei allerdings nicht berücksichtigt. Sie werden sich aber deutlich bemerkbar machen. Nun dürfte die Bank im vierten Quartal auf die Anleihen knapp 700 Millionen Euro abschreiben. Analysten rechnen mittlerweile nur noch mit einem Gewinn von gut 200 Millionen Euro im Schlussquartal.
Nach den Bilanzregeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) wird die Bank für das Gesamtjahr, wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, sogar einen Verlust ausweisen. Die Folgen für den deutschen Staat sind höchst unerfreulich: Die Bank wird die stille Einlage des Bundes damit nämlich auch diese Jahr nicht verzinsen, das ist das vierte Jahr in Folge. Denn für die Verzinsung ist nicht das Ergebnis nach dem internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS relevant, sondern ob ein HGB-Gewinn anfällt. Das HGB-Ergebnis wird schon deshalb eine Milliarde Euro niedriger ausfallen als der IFRS-Gewinn, weil die Bank dem Staat im Sommer eine Abschlagszahlung von einer Milliarde Euro zahlen musste. Das wird nur im HGB-Ergebnis berücksichtigt, nicht in der IFRS-Rechnung.
Die Bank hatte den Großteil ihrer stillen Einlagen zwar im vergangenen Sommer abgelöst, doch 1,9 Milliarden Euro stehen noch immer in ihrer Bilanz. Auf die hätte sie eigentlich neun Prozent Zinsen zahlen müssen, also 170 Millionen Euro. Konzernchef Blessing wird das Versprechen also nicht einlösen können, das er bei der Bilanzvorlage vor einem Jahr gegeben hatte: „Wir werden alles daran setzen, die stillen Einlagen des Bundes für das Jahr 2011 zu bedienen.“
Commerzbank-Chef Martin Blessing bemüht sich seit drei Jahren, die Staatshilfen zurückzuzahlen, mit denen die zweitgrößte deutsche Bank in der Kreditklemme 2008 gestützt wurde. Nun droht die Schuldenkrise in Europa die Bank wieder auf das Startfeld zurückzuwerfen.
Im vergangenen Jahr hat Blessing das Kapital der Bank um 11 Mrd. Euro erhöht. Eine Aktienplatzierung sowie eine Wandlung der stillen Beteiligung des Bankenrettungsfonds Soffin in Aktien und Überschusskapital ermöglichten es der Bank, im Juni 14,3 Mrd. Euro an Staatshilfen zurückzuzahlen.
Blessing "hat sich ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt mit seinen Äußerungen seit Oktober, die Commerzbank werde keine Staatshilfe beantragen", sagt Analyst Olaf Kayser von der Landesbank Baden-Württemberg der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Sie könnten erklären, dass die Regeln mitten im Spiel geändert wurden, aber sie werden alles versuchen, bevor sie nochmals staatliche Hilfe annehmen müssen."
Blessing hat sich dazu verpflichtet, keine staatlichen Hilfen mehr anzunehmen, obwohl die Commerzbank unter Druck steht, ihr Kapital auszuweiten, um striktere Vorschriften zu erfüllen. Doch sollte die EBA ihre Kapitalanforderungen deutlich anheben, dürfte die Commerzbank beim Rettungsfonds Soffin um Hilfen ersuchen müssen.
Die Commerzbank muss dringend Maßnahmen ergreifen, um das Kapitalniveau auf den von der EBA geforderten Wert zu bringen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, unter anderem den Rückkauf hybrider Anleihen und die Auslagerung von Staatsanleihen in eine sogenannte "Bad Bank".
Der Bund hatte nach Ausbruch der Finanzkrise den Rettungsfonds Soffin aufgelegt. Der hat Milliardensummen in die Finanzbranche, die Tore für neue Hilfen aber Ende 2010 geschlossen. Doch unter Umständen wird das zurückgenommen; der Soffin könnte der Eurohypo also vielleicht zur Verfügung stehen.
Natürlich will die Commerzbank wenn es irgendwie geht verhindern, erneut die Hilfe des Staates in Anspruch nehmen zu müssen. Bereits angekündigt hat die Bank Pläne, die risikogewichteten Aktiva um bis zu 30 Milliarden Euro zu verringern.
Zudem hat das Institut die Kreditvergabe bei der Hypothekentochter Eurohypo vorübergehend einzustellen. Für die Tochter sucht die Commerzbank zudem nach Kaufinteressenten, auch eine Übernahme durch den Staat ist im Gespräch, wie aus unterrichteten Kreisen verlautete.
Entscheidend dürfte am Ende die Bewertung der kritischen Eurohypo-Teile im Falle einer Auslagerung an den Bund sein. Die Bank erwägt eine Trennung mit hohem Verlust, um ein Beihilfeverfahren der EU zu vermeiden. In Brüssel schaut man mit Argusaugen darauf, wie Staaten ihren Banken helfen - bei Wettbewerbsverzerrungen müssen sie einschreiten. Eine der Auflagen zur Gewährung der vorherigen Staatshilfe war der Verkauf der Eurohypo bis Ende 2014.
Nun prüft die Commerzbank auch den Verkauf nicht strategischer Beteiligungen. Nur die Anteile an der Comdirect Bank und der polnischen BRE Bank stehen nicht zur Disposition. Damit will die Commerzbank bis Mitte 2012 die Kapitalanforderungen der EBA bis Mitte 2012 erfüllen.
Der Aktienkurs der Commerzbank ist in der zweiten Jahreshälfte 2011 um 56 Prozent eingebrochen. Damit zeigte die Aktie im deutschen Benchmarkindex Dax die schlechteste Performance. 2012 ging es aber wieder aufwärts.
Den größten Teil der Staatshilfe von insgesamt 16,2 Milliarden Euro hatte die Bank im ersten Halbjahr 2011 nach einer milliardenschweren Kapitalerhöhung zurückgezahlt. Der Rest soll nach bisheriger Planung bis spätestens 2014 fließen.
Erneute Staatshilfen scheut Blessing wie der Teufel das Weihwasser. Anfang des Jahres präsentierte er einen umfassenden Plan, mit dem die Commerzbank ihr gigantisches Kapitalloch aus eigener Kraft stopfen will. Um 6,3 Milliarden Euro will der Dax-Konzern sein Kernkapital und damit seinen Risikopuffer für Krisenzeiten stärken. Das ist eine Milliarde mehr als die europäische Bankenaufsicht Eba als Folge des jüngsten Stresstests fordert.
Bei der Coba gilt das Motto, alles außer Gewinn oder Verlust ist erlaubt.
Sollte Gewinn rauskommen, muss dieser an den Staat durch die EK-Beteiligung abgetreten werden.
Sollte Verlust rauskommen wird die CoBa von Ratingagenturen und Analysten zerfressen.
Also liebe Bilanzexperten der CoBa noch irgendwie ne schwarze null hinzaubern und gut ist.
bei jemandem, der noch Coba-Aktien hält, helfen keinerlei Argumente mehr!!
Langfristig ist und bleibt die CoBa eine gute Anlage. Ob sie
uns tatsächlich positiv überrascht ist eine ganz andere
Sache. Außerdem steht das Thema Griechenland-Pleite nach wie
vor im Raum. Trotz allem würde ich sie halten.
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