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BIZ-Jahresbericht: Die Bilanzen der Banken werden extrem belastet

Die Finanzinstitute bleiben unter extremem Druck, warnt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in ihrem neuen Jahresbericht. Am stärksten betroffen sind die Investmentbanken – und die Hedge-Fonds-Branche, und das obwohl diese an der Krise kaum eine Schuld tragen.

von Dr. Klaus C. Engelen

BASEL. Die Finanzinstitute bleiben unter extremem Druck, warnt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in ihrem neuen Jahresbericht. Mittelfristig hänge die Stabilität der Finanzinstitute „von der Wechselwirkung zwischen Maßnahmen, die sie verlustbedingt ergriffen haben, und der weiteren volkswirtschaftlichen Entwicklung ab“. Die Schwierigkeiten des Finanzsystems würden durch die Rückkoppelungseffekte eines globalen Konjunktureinbruchs verstärkt, „durch den die Bilanzen und die Ertragslage weiter extrem belasten werden“.

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Von der Krise am stärksten betroffen blieben die Investmentbanken, doch seien Banken weltweit bei der Stärkung der Eigenkapitalausstattung und beim Abbau von Fremdkapital mit großen Herausforderungen konfrontiert. Die Ertragslage der Finanzinstitute habe sich im letzten Jahr weiter verschlechtert, insbesondere wegen höherer Wertberichtigungen und steigender Kosten für die Refinanzierung.

Abgesehen von den schwer getroffenen Kreditrisikoversicherern – wie der Versicherungsriese AIG oder die sogenannten „Monolines“ – beurteilt die BIZ den Versicherungssektor allerdings zuversichtlich. Die Versicherungsbranche sei in der Breite zwar durch den Rückgang der Preise von Vermögenswerten betroffen, doch hätten sich die direkten Auswirkungen der Krise auf den Absatz von Versicherungsprodukten in Grenzen gehalten.

Durch die Ereignisse gebeutelt wurden dagegen die Pensionsfonds. Der Wert ihrer Anlagen dürfte 2008 rund 20 Prozent gefallen sein, schreibt die BIZ. „Mit den steigenden Verbindlichkeiten nahm der Deckungsgrad und damit auch die Risikobereitschaft der Pensionsfonds rapide ab. Aus diesem Grund schichteten viele Pensionsfonds verstärkt in Staatsanleihen.“ Der Rückzug aus riskanteren Anlagen könnte den Druck auf die Aktienmärkte erhöhen und ihre Erholung verzögern.

Auch die Hedge-Fonds-Branche sieht die BIZ als große Verlierer. „Hedge-Fonds haben die Dynamik der Krise nicht maßgeblich beeinflusst, waren umgekehrt aber stark von ihr betroffen – sowohl im Hinblick auf die Wertentwicklung ihrer Anlagen als auch in Bezug auf ihre Refinanzierungsbedingungen. Daher sei eine Reihe von Hedge-Fonds in große Bedrängnis geraten. Ihre Ertragslage sei 2008 so schlecht gewesen wie nie zuvor.

Die Sanierungsbemühungen der Finanzinstitute werden sich nicht nur kurzfristig auf ihre Ertragslage, sondern auch langfristig auf die Struktur des Finanzsystems auswirken, schreibt die BIZ. Sie beleuchtet zwei Auswirkungen: Die sich verstärkenden Zwänge zum Abbau von Überkapazitäten in den Banken und Finanzdienstleistungssektoren sowie die stärkere Ausrichtung auf den heimischen Markt, den sogenannten „home bias“. Urteilt die BIZ: „Im Fall einer globalen Systemkrise verliert die internationale Diversifizierung an Nutzen, da das Inlandsgeschäft parallel zum Auslandsgeschäft einbricht und die Aufnahmeländer die Probleme, mit denen die Auslandsbanken an ihren Heimatländern konfrontiert sind, über eine Kreditverknappung importieren.“ Deshalb sieht man in Basel eine Umkehr des Trends zur internationalen Diversifizierung im Bankgeschäft, der sich in den zurückliegenden Jahren verstärkt hatte.

Die offenen Auslandsforderungen der an die BIZ berichtenden Banken seien von elf Bill. Dollar im Jahr 2000 auf mehr als 30 Bill. Dollar Mitte 2007 gestiegen, was auch relativ zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) eine beachtliche Zunahme sei. Durch die Krise seien Zweifel an der auf beiden Seiten der Bilanz vorangetriebenen Internationalisierung des Bankgeschäfts aufgekommen. Entsprechend könnten die auf Institutsebene ergriffen Maßnahmen und die Reformen der Aufsicht eine Verlangsamung des Internationalisierungstrends andeuten, heißt es im Bericht.

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