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Börsenfusion: John Thain: Der leise Machtmensch

Keinen Zweifel lässt der Fusionsvertrag zwischen der New Yorker Börse (Nyse Group) und der Vierlländerbörse Euronext darüber, wer künftig an der Spitze der fusionierten Nyse Euronext steht: der leise Machtmensch John Thain.

tmo DÜSSELDORF. Schmales Gesicht, die Lippen meist aufeinander gepresst, seine Worte stets vorsichtig gewählt – auf den ersten Blick wirkt John Thain unscheinbar. Der Chef der New Yorker Börse (Nyse Group) ordnet vor dem Start der gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Fusionspartner Euronext mehrfach seine Papiere und wirkt neben dem jovialen Euronext-Chef Jean-François Théodore wie ein schüchterner Assistent. Die Show überlässt der 51-Jährige mit den eckigen Brillengläsern und dem braven Seitenscheitel gern anderen. In Paris, wo Euronext und Nyse symbolhaft ihre Fusion verkünden, führt Heimspieler Théodore das große Wort.

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Thain spricht zuletzt. Statt von einer „Fusion unter Gleichen“ redet er verschwommen von „Balance“ zwischen den Partnern. Das lässt Raum für Interpretationen. Keinen Zweifel lässt der Fusionsvertrag indes darüber, wer künftig an der Spitze der fusionierten Nyse Euronext steht: der leise Machtmensch Thain.

Der schlanke Ärztesohn aus der US-Provinzstadt Antioch im Bundesstaat Illinois hat die New Yorker Börse mit eisernem Willen zu einem börsennotierten Multimilliarden-Konzern gemacht, den er nun in die interkontinentale Konsolidierung treibt. In nur zwei Jahren hat Thain die 214 Jahre alte Börse vom verschlafenen Mitgliederverein in ein gewinnorientiertes Unternehmen verwandelt und zwei Großfusionen eingefädelt – erst mit der Chicagoer Onlinebörse Archipelage und nun mit Euronext. Weitere Deals scheinen bereits in der Vorbereitung: Eine Expansion in Richtung Asien sei der „nächste logische Schritt“, sagt Thain.

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