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Britische Banken: Barclays-Gewinn halbiert sich

Keine Frage: Keiner andere britische Großbank kam bisher so unbeschadet durch die Finanzkrise wie Barclays. Auch Staatshilfe brauchte das Geldhaus bisher nicht. Die Zahlen für das dritte Quartal geben allerdings den Kritikern recht, die behauptet haben, dass die Barclays-Bilanz alles andere als frei ist von Risiken.

Einen Schutzschirm der Regierung hat Barclays bisher nicht gebraucht. Quelle: dpa
Einen Schutzschirm der Regierung hat Barclays bisher nicht gebraucht. Quelle: dpa

HB LONDON. Die bisher ohne Staatshilfe ausgekommene britische Großbank Barclays kommt weiter gut durch die Krise. In den ersten neun Monaten sei der Gewinn vor Steuern zwar um 19 Prozent auf 4,54 Mrd. Pfund (rund fünf Mrd Euro) gesunken, teilte die Bank am Dienstag in London mit.

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Ohne Sondereffekt wie zum Beispiel dem Buchgewinn aus der Übernahme von Teilen der insolventen Investmentbank Lehman Brothers im Vorjahresabschnitt hätte sich der Gewinn vor Steuern auf 4,4 Mrd. Pfund mehr als verdoppelt. Die Erträge legten in den ersten neun Monaten um 26 Prozent auf 23,8 Mrd. Pfund zu. Bei den Abschreibungen auf Kapitalanlagen und der Risikovorsorge verzeichnete die Bank bis Ende September einen Anstieg um 65 Prozent auf 6,2 Mrd. Pfund.

Barclays hat bisher keine Hilfe vom Staat in Anspruch nehmen müssen. Das benötigte frische Kapital kam stets aus privaten Quellen, vor allem aus dem Nahen Osten und aus dem Verkauf des Asset-Managements. Gleichzeitig nutzte die britische Bank die Gunst der Stunde und übernahm große Teile des US-Geschäfts der kollabierten Investmentbank Lehman Brothers. An der Börse ist Barclays noch rund 45 Mrd. Euro wert, und hat damit den großen Rivalen RBS deutlich hinter sich gelassen.

Unterdessen teilte der Konkurrent HSBC mit, dass der Vorsteuergewinn auf vergleichbarer Basis deutlich über dem des Vorjahres lag. Auch nach neun Monaten habe sich damit ein höherer Wert ergeben. In Großbritannien legen Banken traditionell nur ihre Halb- und Ganzjahreszahlen offen. Einige Institute wie Barclays wichen jedoch in Zeiten der Krise davon ab, um die Transparenz zu erhöhen.

Für die Zukunft sieht HSBC-Chef Michael Geoghegan sein Haus gut gerüstet. Die Krise sei abgehakt. Für die Weltwirtschaft gab er aber noch keine generelle Entwarnung. Dazu sei es zu früh, sagte er am Dienstag in London. „Ich glaube der größte Schock ist überwunden, aber es ist zu früh, um bereits den Sieg auszurufen.“

Größtes Problem sei jetzt die steigende Arbeitslosigkeit im Westen. Die Weltwirtschaft wird sich seiner Einschätzung nach stark unterschiedlich erholen. Den größten Schub werde es in den Schwellenländern geben. Dort will die in Großbritannien beheimatete Bank mit starkem asiatischem Geschäft weiter stark wachsen. Der HSBC-Kurs stieg am Vormittag um drei Prozent.

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