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Bundesbank-Präsident: Wie Axel Weber vielsagend über Sarrazin schweigt

Es ist Axel Webers erster öffentlicher Auftritt, seit ihm Thilo Sarrazins Buch das Leben schwer macht. Auch wenn der Bundesbank-Präsident auf der Handelsblatt-Bankentagung über neue Regeln für die Branche spricht – die Affäre um seinen Noch-Vorstandskollegen verfolgt ihn.

Bundesbank-Präsident Weber: „Ich bin gerne hierhergekommen“. Quelle: EUROFORUM Deutschland GmbH
Bundesbank-Präsident Weber: „Ich bin gerne hierhergekommen“. Quelle: EUROFORUM Deutschland GmbH

FRANKFURT. Auf ihn haben sie gewartet: Axel Weber, Bundesbank-Präsident, Professor und Hüter der Geldwertstabilität in Deutschland und Europa, schiebt sich in den Konferenzraum des Frankfurter Mariott-Hotels. Kameras surren, sofort ist der Mann umringt von Fragern, ihren Mikrofonen und jenen, die ihn offiziell begrüßen wollen und ihn nun durch den Pulk der Neugierigen steuern müssen. Die Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch" bietet das Forum für Webers ersten öffentlicher Auftritt, seit ihn die Affäre Sarrazin verfolgt.

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Sarrazin. Der Name dürfte Weber, der jetzt mit unbewegter Mine und nach unten geneigten Mundwinkeln auf seinem Platz links auf dem Podium sitzt, grell in den Ohren schrillen wie jene ungewollten Rückkopplungen schlecht eingestellter Mikrofone. Seine hohe Stirn glänzt im weißen Scheinwerfelicht. Der Kollege Sarrazin hat Webers Nerven bis zum äußersten strapaziert.

Das Publikum ist gespannt: Wann sagt er etwas zu Sarrazin?

Noch am Dienstag hatte sich die Vorstandssitzung, die die Bundesbank wegen ihm abhielt, um Stunden bis in den frühen Abend hinein verlängert. Der Quergeist, der aus Webers Sicht eher ein Querulant ist, soll wegen seiner umstrittenen Äußerungen zur deutschen Integrationspolitik sein Amt in der Bundesbank aufgeben.

Der Rausschmiss ist eine Premiere. Sarrazin hat dem Ruf der ehrwürdigen Institution geschadet, hat Weber festgestellt - und deswegen einen 20-seitigen Entlassungsantrag an den Bundespräsidenten geschickt. Dort schmort er seit fünf Tagen. Worst-Case für Weber wäre, wenn Sarrazin sich weigert zu gehen. Sein eigener Ruf als durchsetzungsstarker Bundesbank-Präsident steht auf dem Spiel. Seine Karriere, die ihn möglicherweise noch weiter an die Spitze der Europäischen Zentralbank tragen könnte, auch.

Weber hat den Kampf mit dem Querulanten halbherzig aufgenommen. Schließlich war nicht er es, der sich Sarrazin als Mitglied im Vorstandsgremium ausgesucht hat. Die Politik, genauer die Bundesländer Berlin und Brandenburg, haben ihm den Kandidaten ins Amt gedrückt. Die Frage, ob dieses Verfahren Bestand haben soll, stellt sich Weber drängender als zuvor.

In Frankfurt ist sie am Dienstagabend heiß diskutiert worden, als der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus nur zwei Kilometer entfernt in einem Restaurant am ehrwürdigen Frankfurter Römer zu Gast war. Mappus will am Auswahlverfahren der Mitglieder für die Notenbank festhalten. "Das ist aus föderaler und parteipolitischer Sicht der richtige Weg", glaubt der Politiker.

  • 09.09.2010, 22:29 UhrAnonymer Benutzer: Barbara

    Axel Weber verhält sich "weise"! Ein Herr bundespräsident Christian Wulff nicht! Könnte nicht ein Amtsenthebungsverfahren gegen Wulff eingeleitet werden, da er im Falle Sarrazin persönlich und parteipolitisch und nicht "neutral" reagiert und gehandelt und dadurch dem deutschen Volke "Schaden" zugefügt hat?

  • 08.09.2010, 20:10 UhrAnonymer Benutzer: yahel

    Wenn die Staatszerstörer dieses Landes „Deutschland verrecke“ oder „bomberharris do it again“ skandieren, wird ihnen das Recht auf freie Meinungsäußerung zugestanden. Jemanden wie Sarrazin, der die Verantwortlichen, die diese integrationsmisere erst durch ignorieren, Nichtstun und vertuschen verursacht haben, auf diese Versäumnisse in unangenehmer Weise aufmerksam macht, hat nach Meinung der Undemokraten dieses Recht verwirkt. Pharisäer.

  • 08.09.2010, 19:36 UhrAnonymer Benutzer: k.h.a.

    Es gibt eine Affäre - besser noch: mehrere davon - um das skandalöse Verhalten von bundeskanzlerin Merkel, ihren Mitläufern Weber und Wulff sowie bei den Parteien von CDU über SPD bis hin zur FDP, weil sie unsere Verfassung, auf die sie vereidigt sind, mit Füßen treten indem sie u.a das Grundrecht auf Meinungsfreiheit Sarrazin vorenthalten und ihn wegen dessen inanspruchnahme aus seinem beruf entfernen, ihn denunzieren, verbal und persönlich bis hin zur körperlichen beeinträchtigung angreifen und durch andere angreifen lassen. Das erinnert an Praktiken kommunistischer und faschistischer Regime in Deutschland. Das ist der Skandal. Und es kann jeden Treffen, der in Deutschland wagt, seine Meinung zu äußern. Das ist anwidernd und eine ernste Gefahr für jedermann. Diese Regierung hat Deutschland um die Demokratie gebracht.

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