
FrankfurtEs gibt Geschäftsbereiche in einer Bank, die so selbstverständlich sind wie der Strom aus Steckdose. Dazu gehört das Zahlungsverkehrsmanagement oder auch Cash-Management, das Banken für die öffentliche Hand, private Unternehmen und andere Großkunden abwickeln. Die Deutsche Bank ist in diesem Bereich die klare Nummer eins in Europa. Doch der Marktführer bekommt in Deutschland eine starke Konkurrenz.
Hans-Dieter Brenner, Vorstandschef der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), will in diesem Geschäft auf den zweiten Platz vorrücken und damit die Commerzbank, die genossenschaftliche DZ Bank sowie die Landesbank NordLB und die Landesbank Baden-Württemberg überholen. Mit der Übernahme des Cash-Managements der Westdeutschen Landesbank (WestLB) möchte Brenner den Aufstieg einfädeln, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Die Landesbank selbst wollte dazu keine Stellung nehmen.
Es geht um Billionen Euro
Der Zahlungsverkehr umfasst praktisch alle Arten von Geldtransfers, von EC-Kartenzahlungen im Supermarkt über Gehaltsüberweisungen bis zur grenzübergreifenden Zahlung in Penny- oder Milliardengröße. Die Transaktionen zählen meist in Milliarden Stück und ihr Volumen in Billionen Euro. Das Ergebnis geht in den weiter gefassten Bereich Transaction-Banking ein, das Wertpapiertransaktionen einschließt.
Für den Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, ist der Bereich inzwischen zu einer Ertragssäule geworden, die er nicht mehr missen mag. Der Branchenführer erzielte im Transaction-Banking ein Vorsteuerergebnis von 840 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2011 – Tendenz steigend.