Chinas Propaganda bereitet die Öffentlichkeit bereits auf die drohende Kostenlawine vor. "Ganz offensichtlich ist eine breit angelegte Restrukturierung von Schulden unvermeidlich", zitiert die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den Finanzwissenschaftler Li Yuhui von der Chinese Academy of Social Sciences (CASS). Xinhua vergleicht die Lage bereits mit der chinesischen Bankenkrise vor zehn Jahren. Damals hatte Premierminister Zhu Rongji das Problem durch Kapitalspritzen bereinigt.
Die Ökonomen der Zentralregierung sind bereits auf die drohenden Schwierigkeiten aufmerksam geworden. Der Staatsrat hat im vergangenen Jahr eine Sonderprüfung aller Provinzen durch den Rechnungshof in Auftrag gegeben. Der offizielle Bericht beziffert die Verschuldung der Provinzen und Gemeinden mit 10,7 Billionen Yuan (1,25 Billionen Euro). Schätzungen zufolge soll davon bis zu einem Drittel uneinbringlich sein - inklusive Dunkelziffer also eine runde halbe Billion Euro. Das allein wären sieben Prozent der ausstehenden Darlehen in Höhe von knapp sieben Billionen Euro.
Beispiele für verantwortungslose Kreditvergabe finden sich jedoch auch auf zentralstaatlicher Ebene. Das Eisenbahnministerium etwa ist einer der größten Schuldner in China. Der Ausbau Tausender Streckenkilometer ist durch Anleihen finanziert, die die Banken als vermeintlich sichere Geldanlage aufgekauft haben.
Doch die laufenden Einnahmen rechtfertigen die hohen Ausgaben für neue Schienen und Bahnhöfe nicht. "Die Tickets werden aus sozialen Gründen viel zu billig verkauft", sagte ein beteiligter Ingenieur dem Handelsblatt auf der Jungfernfahrt des Hochgeschwindigkeitszuges von Peking nach Schanghai.
Im ersten Halbjahr hat die chinesische Bahn daher offiziell 1,1 Milliarden Euro Verlust gemacht. Der Gesamtschuldenstand erreicht 275 Milliarden Euro. Einen Teil davon haben die Banken auch privaten Kreditnehmern untergejubelt - verpackt in Finanzprodukte mit wohlklingenden Namen.
Ein großes Systemrisiko wie in den Vereinigten Staaten zu Zeiten der Subprime-Krise sehen Experten in China dennoch nicht. Der Staat steht zur Rettung seiner Banken bereit - wie auch in der Vergangenheit. Allein von 2001 bis 2008 hat die Regierung rund 380 Milliarden Euro an faulen Krediten entsorgt. Die KP kann es sich nicht leisten, die Sparer zu verunsichern. Da der Finanzsektor sich in Staatshand befindet, lassen sich Kapitalerhöhungen viel diskreter durchziehen als in den westlichen Ländern.
Die Sorge gilt also weniger einem Totalabsturz als der Effizienz des Systems. Außerdem ist China im Vergleich zum Westen gering verschuldet und könnte die Kapitalspritzen für die Banken über Kredite finanzieren.
China: 9.600.000
Deutschland: 357.000
China: 22 Prozent
Deutschland: 32 Prozent
(Angaben von 2010)
China: 56 Prozent
Deutschland: 48 Prozent
(Angaben von 2009)
China: 1.347.000.000
Deutschland: 82.000.000
(Angaben von 2011, Zahlen gerundet)
China: 75 Jahre
Deutschland: 83 Jahre
(Angaben von 2009)
China: 72 Jahre
Deutschland: 77 Jahre
(Angaben von 2009)
China: 8
Deutschland: 31
(Angaben von 2009)
China: 27
Deutschland: 502
(Angaben von 2008)
China: 5
Deutschland: 10
(Angaben von 2008)
Quellen: Weltbank, CIA, Statistisches Bundesamt, Deutsche Botschaft in Peking, Auswärtiges Amt

Der chinesische Aktienindex ist schon auf dem Stand von 2009,er hat sich in den letzten beiden Jahren mehr als halbiert.Die Chinesen müssen ihre Assets auflösen um ihren Lebensstandart zu erhalten.Bald werden sie an ihre Auslandassets gehen müssen,dann fallen auch diese Kurse.

Die chinesische Immobilienblase ist ausser Kontrolle und wird auf jedem Fall früher oder später platzen. Und dann werden wir alle ein echtes Problem haben...
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