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Commerzbank: Blessing strapaziert die Geduld

Nach dem gigantischen Verlust 2009 bleibt unklar, ob die Commerzbank im laufenden Jahr den Sprung in die Gewinnzone schafft. Trotz einer tiefgreifenden Bilanzbereinigung übt sich Deutschlands zweitgrößtes Kreditinstitut weiter in Zurückhaltung. Bislang bleibt nur die Hoffnung auf bessere Zeiten.

Bleibt trotz tiefgreifender Bilanzbereinigung 2009 für das kommende Jahr zuückhaltend: Coba-Chef Martin Blessing. Quelle: ap
Bleibt trotz tiefgreifender Bilanzbereinigung 2009 für das kommende Jahr zuückhaltend: Coba-Chef Martin Blessing. Quelle: ap

FRANKFURT. "Diese Krise ist noch nicht vorüber", erklärte Bankchef Martin Blessing am Dienstag. Zwar komme das Institut, das vom Staat mit Milliarden gestützt worden war, bei der Integration der vor anderthalb Jahren übernommenen Dresdner Bank sowie dem Abbau der Risiken voran. "Aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen", räumte er ein. Zugleich bekräftigte er, ein Konzerngewinn sei 2010 nur dann möglich, wenn sich Finanzmärkte und Wirtschaft "sehr positiv" entwickelten. Experten halten dies aber angesichts der jüngsten Turbulenzen um Griechenland für äußerst unwahrscheinlich. Finanzchef Eric Strutz warnte trotz eines guten Starts ins neue Jahr vor überzogenen Erwartungen: "Vieles von dem, was wir machen, kommt erst 2012 zum Tragen." Im laufenden Jahr drohten erneut Lasten in der Schiffs- und Gewerbeimmobilienfinanzierung sowie in der Ukraine.

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2009 schloss die Commerzbank wegen Integrationslasten, hoher Vorsorge für faule Kredite und Abschreibungen auf toxische Wertpapiere mit einem Verlust von 4,5 Mrd. Euro ab. Damit haben die Frankfurter seit Ausbruch der Finanzkrise mehr als elf Mrd. Euro Verlust eingefahren. Viele Konkurrenten wie etwa der Erzrivale Deutsche Bank schreiben hingegen vor allem dank eines florierenden Investment-Bankings schon seit Quartalen wieder Milliardengewinne.

Aktienkurs bricht kräftig ein

Analysten sprachen übereinstimmend von einem enttäuschenden Abschneiden. Die Aktien brachen in der Spitze fast acht Prozent ein. Zum Jahresende habe die Bank ihre Bilanz nochmals "aufgeräumt", bestätigte Finanzchef Strutz. Dabei ging es vor allem um erneute Abschreibungen auf toxische Wertpapiere sowie Positionen, die von Anleihe-Versicherern (Monoliner) abgeschirmt wurden. Hinzu kamen massive Verluste in Osteuropa, bei der Finanzierung von Schiffen und Gewerbeimmobilien sowie im Investment-Banking. Die interne Bad Bank - genannt Portfolio Restructuring Unit (PRU) - fuhr einmal mehr ein Milliardenminus ein. Insgesamt summierten sich die Belastungen aus der Finanzkrise im vergangenen Jahr auf 5,3 Mrd. Euro.

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