_

Commerzbank: Blessing verspricht noch mehr

Die Commerzbank-Spitze stellt sich heute den Investoren, um detaillierte Zahlen für die nahe und fernere Zukunft vorzulegen. Dazu gehört auch, dass das Geldhaus die Staatshilfe spätestens ab 2012 zurückzahlen will. Zudem identifizierte das Geldhaus neue Einsparpotentiale bei der Dresdner Bank.

Die Commerzbank hat ausgerechnet, dass sie die Staatshilfe bis 2012 zurückzahlen kann. Quelle: dpa
Die Commerzbank hat ausgerechnet, dass sie die Staatshilfe bis 2012 zurückzahlen kann. Quelle: dpa

FRANKFURT. Die Commerzbank sieht sich bei der Integration der Dresdner Bank auf Kurs, muss aber vorerst mehr Geld für den Umbau in die Hand nehmen. Auf Dauer soll sich das rechnen: Die vom Staat mit 18 Mrd. Euro gestützte Bank will so deutlich mehr Synergien heben – was auch den Gewinn steigen lassen würde. An ihren Ziel, spätestens 2012 mit der Auszahlung des Staates zu beginnen, hält Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus fest. Zunächst mussten die Frankfurter aber erneut ihre Prognose für die Risikovorsorge im laufenden Jahr nach unten schrauben. Überzeugen konnten die Ankündigungen die Börsianer nicht – die Aktie verlor in der Spitze 3,5 Prozent.

Anzeige

„Wir setzen unsere Strategie konsequent und in Teilen sogar schneller um als ursprünglich geplant“, sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing anlässlich des Investorentages. Die Übernahme der Dresdner von der Allianz im vergangenen Herbst kurz vor dem Lehman-Kollaps hatte die Bank an den Rand des Abgrunds gebracht. Seither hält der Bund gut ein Viertel der Aktien.

Zusätzliches Einsparpotenzial – ohne Auswirkung auf Arbeitsplätze

Blessing betonte gestern nochmals die Logik des Dresdner-Kaufs. Ab 2013 werde die Bank jährlich die Gesamtkosten um 2,4 Mrd. Euro senken. Ursprünglich hatte das Management lediglich 1,9 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Weiteres Sparpotenzial liegt unter anderem in der Investmentbank, im gemeinsamen Einkauf, bei den Raumkosten und in der IT. Zusätzliche Stellenstreichungen über den veranschlagten Abbau von 9000 Arbeitsplätzen hinaus soll es dabei aber nicht geben. Um die zusätzlichen Synergien zu heben, erwartet die Commerzbank allerdings auch höhere Umbaukosten, die sich nun in Summe auf 2,5 Mrd. Euro belaufen sollen. „Wir investieren einmal 500 Mio. Euro und sparen so Jahr für Jahr 500 Mio. Euro zusätzlich“, sagte Finanzchef Eric Strutz. „Eine Investition die sich lohnt.“

Bei der Risikovorsorge musste die Bank den Investoren allerdings nochmals schlechte Nachrichten überbringen. Die erst vor wenigen Wochen um 600 Mio. Euro auf 4,2 Mrd. Euro angehobene Prognose wurde nochmals leicht erhöht. Jetzt geht die Commerzbank sogar von 4,3 Mrd. Euro aus. „Wir werden 2010 noch Belastungen aus der Finanzmarktkrise sehen“, räumte Risikomanagement-Chef Stefan Schmittmann ein. Diese würden aber sinken. Eine konkrete Prognose wollte er jedoch nicht wagen. 2012 rechne die Bank dann mit einer Risikovorsorge von etwa zwei Mrd. Euro. Dies liege nach wie vor über den relativ niedrigen Werten der Jahre 2005 und 2006. Es zeige, dass die Bank weiter konservativ vorgehe.

  • 25.11.2009, 15:22 UhrAnonymer Benutzer: Ralf Cormaux

    ich kann Watchdog nur zustimmen. Als selbstständiger Vermögensberater stelle ich mir die Frage, wenn ich bei meinen Kunden so mangelhaft planen würde, was würden die wohl zu mir sagen? Da werden Gelder verschleudert, die vorher vom Staat auf dem Rücken aller Steuerzahler geliehen wurden.

    Welcher kleinere Unternehmer erhält denn solche staatlichen Zuschüsse, wenn es ihm finanziell wegen der Finanzkrise gerade schlecht geht. Der Staat bezuschusst fleißig die banken, angeblich damit unser Kreditsystem nicht zum Erliegen kommt. Nur wo gehen diese Gelder denn hin? Wenn ich für ein Unternehmen einen Kredit beschaffen möchte und das nicht die allerbesten bilanzen und betriebswirtschaftlichen Auswertungen vorlegt, dann ist es doch derzeit kaum noch möglich überhaupt einen Kredit für ein Unternehmen zu erhalten. Der Mittelstand ist doch der, der die Hilfe am meisten benötigt.

  • 25.11.2009, 13:46 UhrAnonymer Benutzer: Watchdog

    Unwahrscheinlich wie solche Mis-Manager sich halten koennen und noch oeffentlich beachtet Geschaeftsberichte dieser minderen Qualitaet vorlegen. Die iT ist mal wieder teurer als geplant...wieso? ...man hatte doch schon im ersten Wurf plus 20% als Marge hinzugeplant...doch auf die iT kann amn immer schieben...doch keiner wid in die Verantwortung genommen...und einmal mehr 500 Millionen und dafuer erhaelt man jedes Jahr 500 Millionen, das ist ein investment, das wuerde ich auch gerne bei mir anwenden..usw....dieser Mann und sein Fuehrungsstab ist unfaehig und in einer bad-bank sollte es auch eine Abteilung geben wo man "bad-Manager" auslagern koennte. ich bin banker...wuerde ich solche Ergebnisse vorlegen, ich muesste morgen den Hut nehmen.

  • Die aktuellen Top-Themen
Aufstieg und Fall der PKV: „Die Kosten für Gesundheit werden weiter steigen“

„Die Kosten für Gesundheit werden weiter steigen“

Sinkende Erträge und politischer Druck: Die Zeiten für private Krankenversicherer werden härter. Reinhold Schulte, Chef des PKV-Verbandes, spricht über die Finanzierung von Gesundheit und falsche Anreize der Politik.

Bahn-Chef Grube: Börsengang der Bahn derzeit kein Thema

Börsengang der Bahn derzeit kein Thema

Ein Börsengang der Deutschen Bahn ist nach den Worten von Bahn-Chef Rüdiger Grube derzeit kein Thema. "Die Bahn braucht den Börsengang zurzeit nicht", sagte Grube in einem Interview.

Transport-Firmen: Logistiker haben Angst vor dem Euro-Kollaps

Logistiker haben Angst vor dem Euro-Kollaps

Bei den Auftraggebern sinken die Wirtschaftserwartungen und die Preise für Transportleistungen gehen bereits zurück. Trotzdem bauen Logistikanbieter weiter Kapazitäten aus. Das aber könnte sich bald ändern.

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.