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Commerzbank: Jetzt geht es den Filialen an den Kragen

Nur 24 Millionen Euro hat die Commerzbank im zweiten Quartal mit Privatkunden verdient. Vorstandschef Martin Blessing will mit einem neuen Sparprogramm gegensteuern. Harte Einschnitte kündigen sich an.

FrankfurtDie Commerzbank kommt auch vier Jahre nach der Übernahme der Dresdner Bank im Privatkundengeschäft nicht voran. Das Ergebnis der Sparte sei nicht zufriedenstellend, sagte Finanzvorstand Stephan Engels am Donnerstag in Frankfurt.

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Im ersten Halbjahr verdiente das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut im Filialgeschäft operativ nur noch 126 Millionen Euro, mehr als ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal verdiente die Commerzbank ganze 14 Millionen Euro. Als Reaktion deutete die Bank nun ein neues Sparprogramm an.

Das steht im Commerzbank-Halbjahresbericht

  • Operatives Ergebnis

    Die Commerzbank hat im ersten Halbjahr ein operatives Ergebnis von 1,04 Milliarden Euro erzielt. Das waren knapp 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 461 Millionen Euro entfielen auf das zweite Vierteljahr, 584 Millionen Euro auf das erste.

  • ./. Bewertungsergebnis...

    ...auf den voraussichtlichen Verkaufspreis von Veräußerungsgruppen: Das klingt umständlich, doch damit sind lediglich die Belastungen gemeint, die die Commerzbank durch den Verkauf Bank Forum hat. Der Verkauf der ukrainischen Tochter schmälert die Kapitaldecke um 86 Millionen Euro. Das Bewertungsergebnis wird vom operativen Ergebnis abgezogen.

  • ./. Restrukturierungsaufwendungen

    43 Millionen Euro an Restrukturierungskosten gibt die Bank für das erste Halbjahr 2012 an. Im zweiten Vierteljahr neun Millionen Euro, im ersten waren es 34 Millionen Euro.

  • ./. Steuern

    Deutschlands zweitgrößtes Kreditinstitut hat im ersten Halbjahr 209 Millionen Euro Zinsen gezahlt. Davon entfielen auf das zweite Quartal 56 Millionen Euro und 153 Millionen Euro auf das erste.

  • = Konzernergebnis

    Im ersten Halbjahr 2012 bleibt somit ein Konzernergebnis von 697 Millionen Euro über. 300 Millionen Euro Gewinn machte die Commerzbank dabei im zweiten Quartal, 397 Millionen Euro im ersten.

  • Kapitalziel

    Die Commerzbank hat das Kapitalziel der Europäischen Finanzaufsicht EBA von 5,3 Milliarden Euro um 2,8 Milliarden Euro übererfüllt. Damit kommt das Institut auf eine Kernkapitalquote von 12,2 Prozent.

Bis November will die Bank vor allem das Geschäft mit den elf Millionen Privatkunden unter die Lupe nehmen, mit dem sie im zweiten Quartal kaum noch Geld verdiente, wie Vorstandschef Martin Blessing am Donnerstag in Frankfurt sagte. Spekulationen über einen Stellenabbau und Filialschließungen kursieren bereits seit einigen Wochen.

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Wegen der geringen Zinsen sanken die Gewinne im Einlagengeschäft. Zudem hielten sich die Kunden angesichts der Turbulenzen an den Kapitalmärkten mit Wertpapiergeschäften zurück. Das drückte auf den Provisionsüberschuss. Gesunkene Kosten konnten das nicht wettmachen. Analysten bemängeln seit langem die schwache Ertragskraft im Privatkundengeschäft. Der Commerzbank gelinge es nicht, ihre mit den vielen Filialen eigentlich große Vertriebskraft umzusetzen.

Nun will das Management gegensteuern. Es deutete neue Einschnitte an. „Wir werden die strategische Weiterentwicklung des Segments vorantreiben“, erklärte Finanzvorstand Engels. Was das konkret heißt, ließ er zunächst offen. In Medienberichten hatte es zuletzt geheißen, dass die Bank 2000 Stellen streichen könnte.

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Für das zweite Halbjahr rechnet die zweitgrößte deutsche Bank mit sinkenden Gewinnen, nachdem das Konzernergebnis schon im ersten Halbjahr um ein Drittel auf 697 Millionen Euro geschrumpft war. „Wir sehen derzeit keine Anzeichen dafür, dass sich der Druck auf das Operative Ergebnis reduziert“, sagte Finanzvorstand Stephan Engels.

  • 14.08.2012, 15:53 UhrThomas

    Zu geringe Erträge im Privatkundengeschäft! Das wird doch der Bock zum Gärtner gemacht. Zuerst wurde der Wert einer Bankdienstleistung u.a. von der CoBa selbst auf Ramschniveau gedrückt (siehe kostenloses Girokonto und 50 EUR für die Eröffnung), jetzt wo die Preise für die kostenintensivste Dienstleistung (Bargeldversorgung, Kundenservice, Reklamationsbearbeitung)im Keller sind wird gejammert.
    Die Rechnung, mit kostenlosen Girokonten den Sparkassen und Volksbanken die Kundschaft abzujagen und dann mit anderen Produkten Profit machen hat wohl nicht fünktioniert! Der "Geiz-ist-geil" Kunde hat auch bei der CoBa nur die Rosienen herausgepickt (Top-Anlage mit unwirtschaftlichen Zinsen,Girokonto), den Rest macht er bei günstigeren Direktbanken.
    Die ganz schlauen Füchse eröffnen mittlerweile ein Girokonto, nehmen 50 EUR Prämie mit und schließen es nach einigen Monaten wieder, in derzeit noch eine Kundenwerbung -> nochmals zwischen 25 bis 50 EUR Prämie!
    Einige Monate später beginnt das Spiel von neuem, so revancieren sich die Mitarbeiter der Konkurrenten für das abwerben über Konditionen ihrer Stammkundschaft drch die CoBa.
    Es wird für die Bank ein hoher Verwaltungs- und Kostenaufwand produziert, solange bis es mit diesem ruinösen Preiskampf mal eine Ende hat!!!

  • 10.08.2012, 13:26 Uhrrolfnighthawk

    ich bin seit 50 jahren kunde - nun commerzbank -
    doch ich werde sie verlassen
    das sagt doch alles, oder?

  • 10.08.2012, 09:43 UhrSebbo

    Kann das leider auch nur bestätigen. Ich bin Sparkassenkunde seit Jahrzehnten. Meine Frau ist bei der CoBa Kunde. IN nun mehr 2 Jahren habe ich von 5 neuen EC-und Kreditkarten bis hin zu einfach mal ebenso Karten sperren (aufgrund von Skimming-Versuchen an Automaten) war alles dabei. Jedesmal nur alles per Telefon weil die Öffnungszeiten für normal arbeitende Menschen einfach nicht schaffbar sind. Jedesmal mussten auch die Kosten für neue Karten von uns übernommen werden. Ich bin noch heute froh das mich mein Bankberater kennt seit dem ich 15 Jahre alt war und ich noch heute den Luxus genieße ihn einfach anzurufen und viele Angelegenheiten so zu klären. Bei einer Bank wie der CoBa, faktisch einfach unmöglich.

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