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Dank Übernahme: Julius Bär verwaltet mehr Kundengelder

Selbstanzeigen in ganz Europa bremsen nicht den Geldzufluss der Schweizer Privatbank Julius Bär. Allerdings legte das verwaltete Vermögen vor allem durch Zukäufe zu.

Hauptsitz von Julius Bär in Zürich. In den nächsten zwei Jahren rechnet Bär mit einem Zufluss von insgesamt bis zu 72 Milliarden Franken. Quelle: Reuters
Hauptsitz von Julius Bär in Zürich. In den nächsten zwei Jahren rechnet Bär mit einem Zufluss von insgesamt bis zu 72 Milliarden Franken. Quelle: Reuters

Zürich Das schärfere Vorgehen der Staaten gegen Steuerhinterzieher belastet die Geschäfte der Schweizer Privatbank Julius Bär. Der größte börsennotierte reine Vermögensverwalter des Landes stellte am Mittwoch eine Wachstumsverlangsamung in Aussicht. Abflüsse von unversteuerten Geldern könnten die Neugeldrate auf rund vier Prozent und damit an das untere Ende der mittelfristigen Zielbandbreite drücken. Kunden aus Deutschland und anderen europäischen Ländern legten ihre in der Schweiz geparkten Vermögen den Steuerbehörden offen und müssten dafür Zahlungen leisten - Geld, dass sie bei Bär abzögen.

Eine ähnliche Wirkung dürften die Abgeltungssteuer-Abkommen der Schweiz mit Österreich und Großbritannien haben. Bis Ende Monat müssen sich die Bankkunden für die Steuer, eine Selbstanzeige oder den Abzug des Geldes aus der Schweiz entscheiden.

In Zeiten leerer Staatskassen gehen die Regierungen härter gegen Steuerhinterziehung vor. Insbesondere das Bankgeheimnis ist vielen ein Dorn im Auge. So arbeitet die Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) daran, den automatischen Informationsaustausch über Steuerdaten ausländischer Anleger verbindlich weltweit einzuführen. Mit dem Umschwenken Österreichs und Luxemburgs wächst auch der Druck auf die Schweiz, die bei der Verteidigung ihres Bankgeheimnisses nun weitgehend alleine dasteht.

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Die meisten Schweizer Banken wollen sich eigenen Angaben zufolge vom Geschäft mit Steuerhinterziehern verabschieden. Auch Bär fordert die Kunden auf, ihre Steuerangelegenheiten in Ordnung zu bringen. Bär hat schon vor längerem damit begonnen, das Geschäft im Ausland auszubauen und kann die Einbußen aus dem grenzüberschreitenden Geschäft damit mehr als auffangen. So hat Bär in Deutschland oder auch in Schwellenländern Zuflüsse verzeichnet. In den ersten vier Monaten habe sich der Zustrom von Geld aus den Schwellenländern etwas verlangsamt. Daraus könne allerdings kein Trend abgeleitet werden, erklärte ein Sprecher. Zusammen mit dem Abfluss von unversteuerten Vermögen führte dies dazu, dass der Neugeldzufluss etwas unter dem Zielwert lag.

Die Währungsentwicklung und vor allem eine Übernahme trugen aber dazu bei, dass die verwaltete Vermögen auf 220 Milliarden Franken von 189 Milliarden Franken Ende 2012 kletterten. Alleine der bereits übernommene Teil des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts der Bank of America/Merrill Lynch steuerte 24 Milliarden Franken bei. In den kommenden Monaten sollen schrittweise weitere Teile integriert werden. In den nächsten zwei Jahren rechnet Bär mit einem Zufluss von insgesamt bis zu 72 Milliarden Franken. Damit würde fast die Hälfte der verwalteten Vermögen aus Schwellenländern stammen.

Die gute Entwicklung der Finanzmärkte sorgte im bisherigen Jahresverlauf für eine Aufwertung der Anlagen und brachte viele Kunden dazu, ihre Risikoscheu abzulegen und mehr Aktien, strukturierte Produkte oder Fonds zu handeln. Das schlug sich auch in den Erträgen nieder. So verbesserte sich die Bruttomarge auf 98 Basispunkte. Im zweiten Semester 2012 war der Bruttogewinn gemessen an den verwalteten Vermögen auf 94 Punkte abgesackt.

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