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Darlehenspaket verkauft: Abschied aus Britannien drückt Commerzbank-Gewinn

Die Commerzbank verkauft ein Paket an britischen Immobiliendarlehen. Der Deal umfasst Kredite im Wert von fünf Milliarden Euro, die aus der hausinternen „Bad Bank“ stammen. Die Deutschen nehmen einen Abschlag in Kauf.

Graffiti in London: Die Commerzbank verkauft britische Immobilienkredite unter anderem an Wells Fargo. Quelle: dpa
Graffiti in London: Die Commerzbank verkauft britische Immobilienkredite unter anderem an Wells Fargo. Quelle: dpa

FrankfurtDie Commerzbank hat den Verkauf ihres milliardenschweren Hypotheken-Portfolios in Großbritannien unter Dach und Fach gebracht. Den Zuschlag für das Paket im Volumen von fünf Milliarden Euro erhielten die US-Großbank Wells Fargo und der Finanzinvestor Lone Star, wie die Commerzbank am Montag mitteilte. Der Abschlag zum Buchwert liege bei etwa 3,5 Prozent. Daher rechnet die Bank damit, dass das Jahresergebnis 2013 um 179 Millionen Euro gedrückt werden wir. Der Großteil der Belastung solle im zweiten Quartal verbucht werden.

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Die Transaktion umfasst gewerbliche Immobilienkredite und das gesamte operative Geschäft der ehemaligen Eurohypo in Großbritannien. Die Bestände lagerten zuletzt in der konzerninternen „Bad Bank“, die beim Abbau der Altlasten nun schneller vorankommt als gedacht.

Kapitalquoten großer Banken (1. Quartal 2013)

  • Kernkapitalquoten

    Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

  • Svenska Handelsbanken

    17,5 Prozent

  • Standard Chartered

    10,7 Prozent

  • UBS

    10,1 Prozent

  • HSBC

    9,8 Prozent

  • Deutsche Bank

    Nach der Kapitalerhöhung im April 2013: 9,5 Prozent

  • Santander

    9,2 Prozent (Ziel für Ende 2013)

  • JP Morgan

    8,9 Prozent

  • Credit Suisse

    8,6 Prozent („Look-through“ Kapitalquote)

  • Commerzbank

    Ende des 1. Quartals 2013: 7,5 Prozent

    Nach der Kapitalerhöhung: 8,6 Prozent

  • Lloyds

    8,1 Prozent

  • Royal Bank of Scotland

    7,7 Prozent

  • Quelle

    Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Der gebeutelten Commerzbank-Aktie verliehen die Nachrichten zu Wochenbeginn einen Schub: Das Papier legte fast vier Prozent zu. Schon kurz zuvor war die Aktie größter Gewinner im Dax, nachdem es am Wochenende in Medienberichten geheißen hatte, der Bund als Großaktionär sondiere erstmals konkrete Ausstiegsmöglichkeiten.

Der Hypothekenverkauf in Großbritannien kommt nicht überraschend. Bereits im April war aus Finanzkreisen durchgesickert, dass Wells Fargo und Lone Star vor dem Zuschlag stehen. Die ertragsschwache Commerzbank hatte sich vor etwa einem Jahr entschlossen, komplett aus der kapitalzehrenden gewerblichen Immobilienfinanzierung auszusteigen und die Tochter Eurohypo (inzwischen Hypothekenbank Frankfurt) abzuwickeln.

  • 16.07.2013, 08:44 UhrRote_Baron

    Es geht hier um GEWERBLICHE Immobilien - es wird also keiner sein Haus verlieren. Diese Art der Kredite wird in der Regel an irgendwelche Erwerbsgesellschaften gegeben...

  • 15.07.2013, 14:16 UhrOLDENDORP

    ................................
    ..COMMERZBANK..
    ................................
    totgesagte leben länger..
    ..
    zur richtigen zeit eingestiegen
    wird sich mittelfristig lohnen.
    ..

  • 15.07.2013, 13:23 UhrRecovery

    Mein Beileid an die Britischen Schuldner. Wenn Lone Star das Sagen hat, werden die Briten bald ziemlich böse zu spüren bekommen, wie ein amerikanischer Konzern arbeitet und mit welcher Härte er gegen die vorgeht, die sowieso schon nichts mehr haben. Sie werden drauf schlagen, ohne Rücksicht auf Verluste.

    Damit möchte ich die Schuldner nicht verteidigen, jeder muss seine eingegangenen Verpflichtungen zurück zahlen. Aber bei allem Respekt, es kommen auch Menschen in Notlagen für die sie nichts können. Und dann steht plötzlich Lone Star vor der Tür .....

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