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Davos: Ackermann weist Pauschalkritik an Banken zurück

Der Vorstandschef der Deutschen Bank reagiert auf die massive Kritik an seinem Berufsstand. Es sei Zeit das „bankerbashing“ zu beenden. Nun solle man nach vorne zu schauen.

Genug der Kritik: Deutsche-Bank-Chef Ackermann. Quelle: ap
Genug der Kritik: Deutsche-Bank-Chef Ackermann. Quelle: ap

DAVOS. Der Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat am Freitag auf die massive Kritik reagiert, denen sich die Finanz-Elite in den letzten Tagen erneut ausgesetzt sah. Diese Woche hatte sich nicht nur US-Präsident Barack Obama, sondern auch Bosch-Chef Fehrenbach und Siemens-Chef Löscher kritisch mit der Verantwortung der Banker für die Weltwirtschafskrise auseinandergesetzt und die Millionen-Boni kritisiert. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos herrscht seit Tagen ein aggressives Klima gegen die Banker.

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Ackermann nutzte eine Debatte über die Aussichten der Weltwirtschaft für seine Reaktion. Er erinnerte daran, dass nur wenige Banken wirklich in die Knie gegangen sind, dass sehr viele Banken die Krise gut überstanden haben und heute profitabler sind als vorher. Viele Banker hätten Fehler gemacht, gestand er ein, aber auch Politik und Kontrollbehörden seien mitverantwortlich. Ackermann rief dazu auf, dieses "bankerbashing" jetzt zu beenden und sich konstruktiv der Lösung der Probleme zuzuwenden: "Wir müssen jetzt nach vorne gucken."

Viel sei noch zu tun, um den Finanzsektor insgesamt wieder voranzubringen, so Ackermann. Das Finanzsystem müsse stabiler und effizienter werden. Er stehe hinter den Reformvorschlägen, etwa der USA, sofern es etwa um die Stärkung des Eigenkapitals gehe. Es müssten auch Regeln gefunden werden, damit Banken in Konkurs gehen könnten, ohne eine Systemkrise zu provozieren.

Er plädierte für tiefgreifende und globale Regeln, deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Banken zuvor genau untersucht werden müssen. Es sei nicht sehr weise, neue Steuern einzuführen, sagte er mit Hinweis auf die Debatte zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Von zentraler Bedeutung sei die Wiederbelebung des Verbriefungsmarktes, die jetzt in kleinen Schritten und bei maximaler Transparenz gestartet werde.

  • 30.01.2010, 13:05 UhrAnonymer Benutzer: Leertasche

    Frage an Herrn Ackermann: Was ist das Gegenteil einer bad bank? - Natürlich eine Good bank!
    Es wäre die Separation großer banken de jure nötig (auch namentlich), in denen das spekulative Moment Ziel des Geschäftsgebahrens ist, ebenfalls in gesonderten börsen gehandelt wird, sogar räumlich, sächlich und auch frei von Sicherungsmaßnahmen des Staates, Wie auch frei von nationaler und internationaler Finanzregulation. Eine zweckgebundene Steuer wäre denkbar, die ausschließlich national zur Reduktion der Umlaufmenge des Geldes (also zum Steuerungswerkzeug einer deflationären Tendenz) würde. Wie wäre denn das?
    Glauben kann ich nicht, dass Spekulation eindämmbar wäre. Die zu schaffenden Rechtsgrundlagen hierzu würden ausschließlich der Formung einwandfreier Spekulationsbedingungen dienen.
    Das man CEOs, wie Herrn Ackermann, ihren Erfolg vorwirft ist allerdings pervers. Ziemlich sicher bin ich aber auch, dass es eine Zeit geben wird, in der die Aufarbeitung der derzeitigen Krise in einer Abstrafung betreffender bankmanager führend sein wird. Der Neuanfang wird schwieriger sein, als wir derzeit allerorten hören.

  • 30.01.2010, 11:15 UhrAnonymer Benutzer: Will

    Die Krise ist in den USA entstanden (Hypothen-Krise,Kreditkarten-Krise)und in den USA muss sich etwas ändern.in Europa bekommt man keinen Kredit, wenn man nicht kreditwürdig ist. in den USA ist das
    merkwürdigerweise anders.Die Europäer haben sich die
    von US-banken gestrickten faulen Papiere andrehen lassen.Dies kann man einigen europäischen bankern vorwerfen.Nochmals, die faulen Wurzeln liegen in den USA

  • 30.01.2010, 10:40 UhrAnonymer Benutzer: Tasse im Schrank

    Aus der Art und Weise, wie Herr Ackermann versucht, einer "pauschalen" Kritik an den banken zu begegnen, lässt sich gut sehen, wie wenig er (gilt wohl auch für die meisten seiner Kollegen) verstanden hat, was eigentlich in den letzten Jahren geschehen ist und warum die banker nun in einem so schlechten Licht dastehen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Herren in ihrem Elfenbeinturm über die Niederungen der Realität hinwegsehen und nur noch sehr ausschnitthaft die Wirklichkeit zur Kenntnis nehmen, die sie umgibt. Weniger Selbstmitleid dafür mehr Verantwortungsbereitschaft bei der Lösung der realen Probleme wäre wünschenswert.

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