
KÖLN. Mal lockt ein Streichelzoo, mal ein Schachturnier und mal eine Blutwurstverkostung Kunden ins Einkaufszentrum DuMont Carré in der Breite Straße in Kölns City. Auf dass sie einkaufen, im Untergeschoss Pasta im Edelsupermarkt "Standa" von Rewe, im Parterre iPods bei Pro Markt, und hinterher ins Eiscafé Colonia gehen, erste Etage. Dazu gibt es im DuMont Carré reichlich Bürofläche, die unter anderem der WDR gemietet hat, ein öffentlich-rechtlicher Mieter, der nicht pleitegehen kann. Außerdem im Gebäude: Parkhaus, unterirdisch; Wohnungen; knapp unter dem Himmel drei exklusive Penthäuser.
Diversifiziert, risikogestreut, beste Lage, solvente Mieter: schöne, heile Investorenwelt.
Eigentlich müsste sich ein Bankier über solch ein Juwel im Portfolio freuen. Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, aber will alle Verbindungen zum DuMont Carré loswerden. Weil er dessen Besitzer loswerden will. Und hier beginnt aus einem vermeintlich kleinen Problem ein großes zu werden. Denn Ackermanns Deutsche Bank übernimmt nun Sal. Oppenheim, also eigentlich auch deren Beteiligungen. Und damit eigentlich auch ein Teil der Geschäfte des umstrittenen Troisdorfer Immobilienunternehmers Josef Esch. Denn die Bank und Esch haben fast 20 Jahre lang engstens zusammengearbeitet.
Gemeinsam mit Sal. Oppenheim hat der Esch Fonds über insgesamt fast fünf Milliarden Euro aufgelegt. Mit Hilfe der Kölner Privatbankiers hat Esch unter anderem etwa 60 Großimmobilien gebaut oder übernommen. Das DuMont Carré in Köln ist eines davon.
Immer wieder ist Esch ins Gerede gekommen - durch Kungeleien und undurchsichtige Geschäfte.
Also will der Josef aus Frankfurt mit dem Josef aus Troisdorf bei Köln nichts mehr zu tun haben. Er fürchtet um das Ansehen seiner Bank und das Risiko, das Anleger von Esch-Fonds, die in jüngster Zeit viel Geld verloren haben, klagen, weil sie sich bei Geschäften übervorteilt fühlen.
Die Deutsche Bank hat angekündigt, die Beteiligungen an den Esch-Gesellschaften verkaufen zu wollen: Konkret soll Sal. Oppenheim laut Finanzkreisen jene knapp fünf Prozent abtreten, die die Kölner Bank von ihren ehemals 50 Prozent der an Oppenheim-Esch Holding GbR noch behalten hat. Diese fünf Prozent sollen in eine Treuhandgesellschaft wandern, fernab der Bücher der Deutschen Bank.
So weit die Theorie. So schnell aber kommt Ackermann von Esch wohl nicht los. Denn schon wann und an wen die Deutsche Bank die Esch-Beteiligungen verkaufen kann, ist nicht klar. Und nicht nur hier kreuzen sich die Wege zweier sehr unterschiedlicher Josefs.