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Deutsche Bank: Ackermann: „Staat muss als Retter bereitstehen“

exklusiv Was macht Josef Ackermann, wenn er ab 2010 nicht mehr Chef der Deutschen Bank sein wird? In einem Exklusiv-Interview mit dem Handelsblatt verrät Ackermann, was er wirklich vorhat. Außerdem spricht Ackermann über die Rettung der Hypo Real Estate und wie die Deutsche Bank ins neue Jahr gestartet ist.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann spricht mit dem Handelsblatt über seine Zukunftspläne. Quelle: ap
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann spricht mit dem Handelsblatt über seine Zukunftspläne. Quelle: ap

Herr Ackermann, wir sehen weltweit den Trend zu Staatsbeteiligungen an Unternehmen. Verändert sich nicht das gesamte System der Kreditwirtschaft und damit der Marktwirtschaft?

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Im Zuge der Finanzkrise sind wir immer mehr in eine systemische Krise hineingerutscht. Sie erforderte eine systemische Antwort. Die konnte nur vom Staat kommen und hatte damit zwangsläufig eine verstärkte Einflussnahme des Staates zur Folge. Gleichwohl bin ich der festen Überzeugung, dass privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen in einer offenen, aber fairen Wettbewerbsordnung den größtmöglichen Wohlstand für alle schaffen. Wir müssen also auch über Ausstiegsszenarien für den Staat nachdenken. Wenn der Staat zu lange in den Banken involviert bleibt, beeinträchtigt dies den Wettbewerb und damit die Marktwirtschaft und verändert unsere gesamte gesellschaftliche Ordnung.

Bekommen wir "Zombie-Banken", die vom Staat am Leben gehalten werden?

Zahlreiche Banken benötigen Kapital, können sich es aber derzeit nicht am Markt beschaffen. Der Staat muss deshalb als letzter Retter bereitstehen. Über die Zeit müssen wir allerdings zusehen, dass niemand künstlich am Leben gehalten wird.

Wird eine Exit-Strategie vielleicht auch deshalb kaum diskutiert, weil viele ein langes Engagement des Staates erwarten?

Der Staat kann nur aussteigen, indem staatliches Kapital über den Kapitalmarkt durch privates ersetzt wird. Das ist jedoch für eine geraume Zeit wohl nicht machbar.

Sie fordern einen fairen Wettbewerb. Banken, die scheitern, bleiben aber im Markt und machen wieder Neugeschäft. Ist das nicht fatal?

Die Verzerrung des Wettbewerbs ist eine Gefahr. Ich sehe diese Gefahr für die Deutsche Bank derzeit allerdings nicht. Die Bürgschaften des Staates sind für uns kein Problem, weil wir Geld zu günstigen Konditionen am Markt beschaffen können und unser langfristiger Mittelbedarf eher gering ist. Beim Eigenkapital kann ich auch noch keine Nachteile erkennen, weil die staatlichen Finanzspritzen ja oft eher als Ersatz für den Kapitalverzehr eingesetzt werden und nicht für Offensiven am Markt.

In Deutschland haben wir nicht nur die Diskussion über Banken, sondern auch über die Rettung von Industrieunternehmen, Stichwort Opel. Haben einige Unternehmen auch hier systemische Bedeutung?

Das muss im Einzelfall geprüft werden. Für mich wäre dabei entscheidend, ob ein Unternehmen über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfügt und über Produkte mit Zukunft. Dann kann es vorübergehend vom Staat unterstützt werden. Falsche Strukturen dürfen dagegen nicht zementiert werden. Ein Unternehmen, das in absehbarer Zeit nicht verlässlich wieder fest auf eigenen Beinen stehen kann, sollte man nicht zu retten versuchen.

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